Beruf 4.0Pub Date : 2019-12-11DOI: 10.5771/9783748901488-125
Günter Hirth
{"title":"Folgen der Digitalisierung für die Berufsbildung","authors":"Günter Hirth","doi":"10.5771/9783748901488-125","DOIUrl":"https://doi.org/10.5771/9783748901488-125","url":null,"abstract":"Die neue digitale Wirtschaft zeichnet sich aus durch den flächendeckenden Einzug digitaler Prozesse in Unternehmen und ihren Außenbeziehungen. Das bedeutet zugleich in vielen Zusammenhängen, dass Projekte und Veränderungen agil, also nicht bis zum Ende planbar, angegangen werden müssen. Unternehmen und Kunden erwartet eine gleichzeitig geregeltere und turbulentere Umwelt. Geregelter ist diese deshalb, weil viele bisher individuell erfolgende Vorgänge wie beispielsweise Bestellungen und Einkäufe als digitale Prozesse geregelt werden. Das wird in viel größerem Ausmaß geschehen, als es bisher erlebbar ist. Turbulenter wird die Wirtschaftswelt deshalb, weil sich bisherige etablierte Geschäftsmodelle in großer Geschwindigkeit dramatisch verändern bzw. auflösen. Der Siegeszug der sogenannten Plattformökonomie zeigt beispielhaft den Weg. Deutschland verfügt mit dem dualen Ausbildungssystem über einen stabilen Rahmen, in dem sich Ausbildungsbetriebe, Berufsschulen und Auszubildende bewegen. Viele der derzeit 326 Ausbildungsberufe existieren und funktionieren meist mehr als zehn Jahre in unverändertem Rahmen. Die Frage ist berechtigt: Ist das noch zeitgemäß? Wichtiger noch: Bietet dieses System für die jungen Menschen einen zukunftsweisenden Einstieg ins Berufsleben oder ist es eine absehbare Sackgasse? Ist die Berufsbildung, wie sie im Berufsbildungsgesetz (BBiG) geregelt ist, flexibel genug, um sich an diese digitalisierte Welt anzupassen? Noch grundsätzlicher ist die Frage, ob Unternehmen in Zukunft weiterhin überhaupt beruflich ausgebildete Fachkräfte benötigen oder ob es zu einer Zweiteilung zwischen digital unterstützten niedrig bezahlten Angelernten auf der einen Seite und hoch bezahlten bestmöglich qualifizierten Hochschulabsolventen auf der anderen Seite kommen wird. Es ist also zunächst nach dem Ziel und dem Auftrag der beruflichen Bildung zu fragen. Sind diese dynamisch genug? Und wenn es einen Anpassungsauftrag im Berufsbildungsgesetz gibt: Wie stellt sich der Status quo nach ca. fünf Jahren intensiver Digitalisierungsdebatte dar? Was wurde no1.","PeriodicalId":348727,"journal":{"name":"Beruf 4.0","volume":"115 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"2019-12-11","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"123954014","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Beruf 4.0Pub Date : 1900-01-01DOI: 10.5771/9783748901488-259
B. Hofmann
{"title":"Sinn als Ziel und Ressource. Erfahrungen aus dem Feld der Diakonie zum Zusammenhang von Beruf, Berufung und Ethos","authors":"B. Hofmann","doi":"10.5771/9783748901488-259","DOIUrl":"https://doi.org/10.5771/9783748901488-259","url":null,"abstract":"Sinnerleben, so zeigen aktuelle Studien, wird zu einer zentralen Anforderung junger Menschen an den Beruf ihrer Wahl.1 Wie entsteht „Sinn“ im Berufsleben? An welche Bedingungen ist Sinnerleben geknüpft? Der folgende Beitrag gibt dazu auf der Basis empirischer Studien einige Hinweise. Er schöpft seine Erkenntnisse aus der Diakoniewissenschaft, die sich mit der Welt des Sozialen im Raum der christlichen Religion beschäftigt. Diakonie als soziale Arbeit der Kirchen ist ein Arbeitsfeld, das mit hohen Erwartungen an Sinnerfüllung verknüpft ist und das bisher nur in einzelnen Bereichen, z. B. der Dokumentation von Dienstleistungen oder im Bereich von technischen Assistenzhandlungen, von Digitalisierung betroffen ist. So lässt sich Diakonie bis heute vorrangig als Arbeit von Menschen mit Menschen für Menschen beschreiben. Zwei Studien bilden das Geländer des Beitrags und führen in konkrete Erfahrungen ein: Die Studie „Führung macht den Unterschied“ von Heike Lubatsch (2010–2011) vom Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD hat sich mit Arbeitsbedingungen von Pflegekräften im Krankenhaus beschäftigt; die andere Untersuchung (2015–2018) unter meiner Leitung am Institut für Diakoniewissenschaft und DiakonieManagement hat diakonische Unternehmenskultur in stationärer Altenund Eingliederungshilfe aus Sicht der Mitarbeitenden erkundet. Dabei spielen auch Fragen von Arbeitsmotivation und Ethos eine große Rolle. Der Beitrag wird nach einer kurzen Hinführung zur Wahrnehmung von Beruf und Berufung in sozialen Arbeitsfeldern untersuchen, wie Sinn in sozialen Berufen entsteht und welche Rolle Ethos dabei spielt, um dann die Erkenntnisse zum Stellen-","PeriodicalId":348727,"journal":{"name":"Beruf 4.0","volume":"82 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"127629928","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Beruf 4.0Pub Date : 1900-01-01DOI: 10.5771/9783748901488-17
B. Matthes
{"title":"Digitalisierung und die Entberuflichung der Arbeit: ein Missverständnis?","authors":"B. Matthes","doi":"10.5771/9783748901488-17","DOIUrl":"https://doi.org/10.5771/9783748901488-17","url":null,"abstract":"","PeriodicalId":348727,"journal":{"name":"Beruf 4.0","volume":"12 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"125316777","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Beruf 4.0Pub Date : 1900-01-01DOI: 10.5771/9783748901488-219
Hans-Joachim Lenke
{"title":"IT und Digitalisierung – längst angekommen in der Praxis des Gesundheitswesens","authors":"Hans-Joachim Lenke","doi":"10.5771/9783748901488-219","DOIUrl":"https://doi.org/10.5771/9783748901488-219","url":null,"abstract":"","PeriodicalId":348727,"journal":{"name":"Beruf 4.0","volume":"6 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"115430306","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Beruf 4.0Pub Date : 1900-01-01DOI: 10.5771/9783748901488-61
Andreas Mayert
{"title":"Beruf, Erwerb und die Verteilungswirkungen der Digitalisierung","authors":"Andreas Mayert","doi":"10.5771/9783748901488-61","DOIUrl":"https://doi.org/10.5771/9783748901488-61","url":null,"abstract":"Nimmt man an, dass es bei der Frage nach den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt im Grundsatz um eine Abschätzung geht, welche Berufe durch den Einsatz digitaler Technologien verändert oder (teil-)automatisiert werden, während auf der anderen Seite neue Berufe entstehen, dann wird hiermit letztlich nichts anderes als der mit dem technischen Fortschritt seit Jahrhunderten einhergehende Strukturwandel angesprochen. In Verbindung mit den denkbaren Verteilungswirkungen des technischen Fortschritts im Allgemeinen und der Digitalisierung im Besonderen ist diese nüchterne Feststellung jedoch alles andere als banal oder unerheblich. Denn technischer Fortschritt bzw. die damit einhergehende Automatisierung eines Teils der zuvor von Arbeitnehmern erbrachten Tätigkeiten sowie das Entstehen neuer Tätigkeiten wirken sich nicht einer transhistorischen Gesetzmäßigkeit folgend nur auf Arbeitsmarktsegmente mit spezifischen Merkmalen aus und führen daher auch nicht zu stets gleichen Verteilungswirkungen. Anders als häufig angenommen wird, ist es z. B. keine Selbstverständlichkeit, dass von Automatisierung vor allem einfache Tätigkeiten, die eine geringe berufliche Ausbildung voraussetzen, negativ betroffen sind, während Tätigkeiten gut ausgebildeter Fachkräfte durch das Hinzufügen neuer technologischer Hilfsmittel aufgewertet werden – z. B., weil diese Tätigkeiten nun effizienter erbracht oder ganz neue produktive Tätigkeiten in das Fachkräfte-Tätigkeitenbündel integriert werden können. Die Geschichte der Industrialisierung zeigt, dass es in bestimmten Phasen gerade hochspezialisierte Fachkräfte waren, deren berufliches Können durch Maschinen entwertet wurde. So waren die ersten „Opfer“ der Mechanisierung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hervorragend ausgebildete und relativ gut entlohnte Handwerker,1 während 1.","PeriodicalId":348727,"journal":{"name":"Beruf 4.0","volume":"34 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"127006143","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Beruf 4.0Pub Date : 1900-01-01DOI: 10.5771/9783748901488-195
Christel Kumbruck
{"title":"Digitalisierung von Pflegearbeit. Zwischen beruflichem Ethos und Pflegekräftemangel","authors":"Christel Kumbruck","doi":"10.5771/9783748901488-195","DOIUrl":"https://doi.org/10.5771/9783748901488-195","url":null,"abstract":"Die Wirkungen von Arbeit 4.0, also der Digitalisierung, möchte ich anhand der Pflegearbeit und deren besonderen Merkmalen gegenüber anderen Berufen, insbesondere der Interaktionsarbeit, erörtern. Dazu werde ich mich zunächst dem Gegenstand Pflegearbeit/-beruf widmen (1.), dann die vorgesehenen und bereits eingeführten digitalen Technologien (sog. Fokustechnologien) in der Pflege erläutern (2.). Im folgenden Teil werde ich anhand von empirischen Studien die Bewertung der Fokustechnologien (Erwartungen und erste Erfahrungen damit) durch Pflegekräfte und Experten zusammenführen (3.). Schließlich werde ich im Fazit die Frage beantworten, ob die geäußerten Erwartungen, insbesondere bezüglich der Interaktionsarbeit, realisiert werden können (4.).","PeriodicalId":348727,"journal":{"name":"Beruf 4.0","volume":"6 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"121874695","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Beruf 4.0Pub Date : 1900-01-01DOI: 10.5771/9783748901488-51
W. Eichhorst
{"title":"Digitalisierung und Arbeit. Was wissen wir, was erwarten wir?","authors":"W. Eichhorst","doi":"10.5771/9783748901488-51","DOIUrl":"https://doi.org/10.5771/9783748901488-51","url":null,"abstract":"","PeriodicalId":348727,"journal":{"name":"Beruf 4.0","volume":"30 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"134438648","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Beruf 4.0Pub Date : 1900-01-01DOI: 10.5771/9783748901488-103
Rita Meyer
{"title":"Erosionen und Entgrenzungen - Herausforderungen der digitalen Transformation für Berufsbildung und Berufskonzept","authors":"Rita Meyer","doi":"10.5771/9783748901488-103","DOIUrl":"https://doi.org/10.5771/9783748901488-103","url":null,"abstract":"","PeriodicalId":348727,"journal":{"name":"Beruf 4.0","volume":"1 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"131130620","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Beruf 4.0Pub Date : 1900-01-01DOI: 10.5771/9783748901488-91
R. Charbonnier
{"title":"Digitalisierung der Arbeitswelt. Transformationen der Beruflichkeit in theologischer Perspektive","authors":"R. Charbonnier","doi":"10.5771/9783748901488-91","DOIUrl":"https://doi.org/10.5771/9783748901488-91","url":null,"abstract":"Dass digitale Technologie die Wirklichkeit in allen Lebensbereichen und so auch im Feld der Erwerbsarbeit verändert, ist inzwischen Allgemeinplatz in Feuilletons und Veröffentlichungen vieler Fachwissenschaften wie auch Gegenstand vieler Erfahrungen im Alltag. Mit dem folgenden Beitrag soll Digitalisierung transdisziplinär, insbesondere technologisch, hermeneutisch und anthropologisch verstanden werden. Durch diesen Zugang sollen Grundzüge gegenwärtiger und zukünftiger Transformationen der Erwerbsarbeit skizziert werden. Diesem transdisziplinären Zugang zur Thematik der Digitalisierung liegt folgende These zugrunde: Digitale Technologie verändert die Wahrnehmung und Konstruktion von Wirklichkeit, die Inhalte und Ergebnisse von Entscheidungsprozessen sowie die Gestaltung sozialer Praktiken im Alltag des Einzelnen und sozialer Ordnungen der Gesellschaften. Diese Transformationen haben Auswirkungen auf berufliches Handeln. Manche Tätigkeiten, die bislang als „Berufstätigkeiten“, als Tätigkeiten, die nach einem beruflichen Ethos, in verantworteter Freiheit, als „Gottesdienst in der Welt“ vollzogen werden, können durch digitale Technologie verändert oder gar ersetzt werden. Der Mensch wird dabei zunehmend zu einem Beobachter oder gar zum Handlanger automatisierter Tätigkeiten. Allerdings entstehen auch neue Felder beruflichen Handelns: Die Entwicklung und Anwendung von digitaler Technologie mit ihrer inhärenten Normativität. Damit ergibt sich die Aufgabe, die Felder der Sensorik, Algorithmik und Aktorik digitaler Technologie mit ihren Veränderungspotenzialen für die Wirklichkeitskonstruktionen, Entscheidungsprozesse, sozialen Praktiken und sozialen Ordnungen als Felder der Beruflichkeit neu zu bestimmen. Zunächst soll das Verständnis zentraler Begrifflichkeiten, das dem Beitrag zugrunde liegt, aus technikwissenschaftlicher und techniksoziologischer Perspektive skizziert werden: 1.","PeriodicalId":348727,"journal":{"name":"Beruf 4.0","volume":"93 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"132144277","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Beruf 4.0Pub Date : 1900-01-01DOI: 10.5771/9783748901488-9
J. Lange, G. Wegner
{"title":"Beruflichkeit im Zeitalter der Digitalisierung. Eine Hinführung","authors":"J. Lange, G. Wegner","doi":"10.5771/9783748901488-9","DOIUrl":"https://doi.org/10.5771/9783748901488-9","url":null,"abstract":"Der Ausgangspunkt von sozialen Umgestaltungen sind immer wieder technische Neuentwicklungen, die beträchtliche Veränderungen im Sinne von Effizienzsteigerungen in der Organisation der Arbeitswelten erwarten lassen. Mit ihnen einher gehen vielfältige Chancen auf die Entwicklung neuer Produkte oder der Neugestaltung von Dienstleistungen, auf die sich das Interesse von Investoren richtet. Unmittelbar damit verbunden wird die Organisation der Arbeit, die sozialen Verhältnisse, unter denen sich die Arbeit der Menschen abspielt, mal schneller, mal langsamer verändert: Arbeitsplätze gehen verloren – neue Arbeitsplätze entstehen. Vor allem aber verändert sich der Zuschnitt der Arbeit selbst und stellt neue Anforderungen an die berufliche Qualifikation. Der damit verbundene mentale und institutionelle Wandel wirkt sich schließlich auf die gesamte Gesellschaft aus. In etwa dieser Form hat sich die moderne Arbeitswelt seit dem TakeOff des westlichen Kapitalismus immer weiter entwickelt. Insgesamt gesehen ist es zu einer beständigen Höherqualifizierung vieler Arbeitskräfte zur Bewältigung wahrhaftiger technischer Revolutionen gekommen. Derartige Veränderungen spielen sich innerhalb eines institutionellen und kulturell verfassten Entwicklungspfads einer Gesellschaft ab, der selten gänzlich verlassen werden kann. Gerade die deutsche Gesellschaft und Arbeitswelt sind in dieser Hinsicht trotz fundamentaler politischer Brüche in den letzten 150 Jahren erstaunlich konstant geblieben. Das liegt auch an einem soziokulturellen Konzept, dem der Beruflichkeit der Arbeitsund Lebenswelt, das aus reformatorischen Entscheidungen (mit langen Vorläufen im Christentum) aus der Idee der Berufung des Menschen durch Gott erwachsen ist und das in Sozialwissenschaften, Theologie und Praxis mit durchaus changierenden Begriffsbedeutungen diskutiert wird. Der technische Wandel des letzten halben Jahrhunderts hat immer wieder die Frage nach einer „Entberuflichung“ aufgeworfen. Letztlich fanden sich aber immer eine Vielzahl von Positionen, die in dem Konzept des Berufes nach wie vor eine sinnvolle Kategorie sehen, auch wenn dieses Konzept dabei immer aktualisiert und fortgeschrieben wurde.","PeriodicalId":348727,"journal":{"name":"Beruf 4.0","volume":"1 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"131113281","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}