{"title":"Sinn als Ziel und Ressource. Erfahrungen aus dem Feld der Diakonie zum Zusammenhang von Beruf, Berufung und Ethos","authors":"B. Hofmann","doi":"10.5771/9783748901488-259","DOIUrl":null,"url":null,"abstract":"Sinnerleben, so zeigen aktuelle Studien, wird zu einer zentralen Anforderung junger Menschen an den Beruf ihrer Wahl.1 Wie entsteht „Sinn“ im Berufsleben? An welche Bedingungen ist Sinnerleben geknüpft? Der folgende Beitrag gibt dazu auf der Basis empirischer Studien einige Hinweise. Er schöpft seine Erkenntnisse aus der Diakoniewissenschaft, die sich mit der Welt des Sozialen im Raum der christlichen Religion beschäftigt. Diakonie als soziale Arbeit der Kirchen ist ein Arbeitsfeld, das mit hohen Erwartungen an Sinnerfüllung verknüpft ist und das bisher nur in einzelnen Bereichen, z. B. der Dokumentation von Dienstleistungen oder im Bereich von technischen Assistenzhandlungen, von Digitalisierung betroffen ist. So lässt sich Diakonie bis heute vorrangig als Arbeit von Menschen mit Menschen für Menschen beschreiben. Zwei Studien bilden das Geländer des Beitrags und führen in konkrete Erfahrungen ein: Die Studie „Führung macht den Unterschied“ von Heike Lubatsch (2010–2011) vom Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD hat sich mit Arbeitsbedingungen von Pflegekräften im Krankenhaus beschäftigt; die andere Untersuchung (2015–2018) unter meiner Leitung am Institut für Diakoniewissenschaft und DiakonieManagement hat diakonische Unternehmenskultur in stationärer Altenund Eingliederungshilfe aus Sicht der Mitarbeitenden erkundet. Dabei spielen auch Fragen von Arbeitsmotivation und Ethos eine große Rolle. Der Beitrag wird nach einer kurzen Hinführung zur Wahrnehmung von Beruf und Berufung in sozialen Arbeitsfeldern untersuchen, wie Sinn in sozialen Berufen entsteht und welche Rolle Ethos dabei spielt, um dann die Erkenntnisse zum Stellen-","PeriodicalId":348727,"journal":{"name":"Beruf 4.0","volume":"82 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0000,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":"0","resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":null,"PeriodicalName":"Beruf 4.0","FirstCategoryId":"1085","ListUrlMain":"https://doi.org/10.5771/9783748901488-259","RegionNum":0,"RegionCategory":null,"ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":null,"EPubDate":"","PubModel":"","JCR":"","JCRName":"","Score":null,"Total":0}
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Abstract
Sinnerleben, so zeigen aktuelle Studien, wird zu einer zentralen Anforderung junger Menschen an den Beruf ihrer Wahl.1 Wie entsteht „Sinn“ im Berufsleben? An welche Bedingungen ist Sinnerleben geknüpft? Der folgende Beitrag gibt dazu auf der Basis empirischer Studien einige Hinweise. Er schöpft seine Erkenntnisse aus der Diakoniewissenschaft, die sich mit der Welt des Sozialen im Raum der christlichen Religion beschäftigt. Diakonie als soziale Arbeit der Kirchen ist ein Arbeitsfeld, das mit hohen Erwartungen an Sinnerfüllung verknüpft ist und das bisher nur in einzelnen Bereichen, z. B. der Dokumentation von Dienstleistungen oder im Bereich von technischen Assistenzhandlungen, von Digitalisierung betroffen ist. So lässt sich Diakonie bis heute vorrangig als Arbeit von Menschen mit Menschen für Menschen beschreiben. Zwei Studien bilden das Geländer des Beitrags und führen in konkrete Erfahrungen ein: Die Studie „Führung macht den Unterschied“ von Heike Lubatsch (2010–2011) vom Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD hat sich mit Arbeitsbedingungen von Pflegekräften im Krankenhaus beschäftigt; die andere Untersuchung (2015–2018) unter meiner Leitung am Institut für Diakoniewissenschaft und DiakonieManagement hat diakonische Unternehmenskultur in stationärer Altenund Eingliederungshilfe aus Sicht der Mitarbeitenden erkundet. Dabei spielen auch Fragen von Arbeitsmotivation und Ethos eine große Rolle. Der Beitrag wird nach einer kurzen Hinführung zur Wahrnehmung von Beruf und Berufung in sozialen Arbeitsfeldern untersuchen, wie Sinn in sozialen Berufen entsteht und welche Rolle Ethos dabei spielt, um dann die Erkenntnisse zum Stellen-