{"title":"Die Formation eines politischen Subjektes. Die Emanzipationsbewegung der Gehörlosen in der Schweiz im ausgehenden 20. Jahrhundert","authors":"Vera Blaser, Sonja Matter","doi":"10.3224/bios.v34i2.02","DOIUrl":"https://doi.org/10.3224/bios.v34i2.02","url":null,"abstract":"In den ausgehenden 1970er Jahren kamen in der Schweiz – wie auch in anderen Ländern– Transformationsprozesse in Gang, die zu einer Politisierung und Neupositionierungder Gehörlosengemeinschaft und in den 1980er Jahren zur Formierung der Gehörlosenemanzipationsbewegung führten. In der Folge begannen gehörlose Menschen vermehrt, sich als politische Subjekte zu positionieren, Forderungen zu formulieren sowie Diskriminierungen und paternalistische Haltung hörender Fachleute zu kritisieren. Die Vernetzung mit einer zunehmend transnational agierenden Gehörlosencommunity und die Anlehnung an Aktionsformen anderer Emanzipationsbewegungen spielten dabei eine wichtige Rolle. Der Artikel nimmt diese Prozesse der Subjektivierung (Rancière) gehörloser Menschen als Teil einer emanzipatorischen Politik in den Blick. Wir fokussieren dabei drei maßgebliche Zielsetzungen der Bewegung, die in den 1980er Jahren entwickelt wurden und noch heute für die Politik der Gehörlosengemeinschaft zentral sind: der Zugang zur modernen Kommunikations- und Wissensgesellschaft, die offizielle Anerkennung der Gebärdensprachen und das „Empowerment“, verstanden als individueller und kollektiver Prozess, der Selbstbewusstsein und die Fähigkeit politisch zu agieren fördert. Als Quellenkorpus fungieren in erster Linie zehn leitfadengestützte-themenzentrierte Interviews mit einflussreichen gehörlosen Aktivist*innen aus den 1980er Jahren. In einem einführenden Teil diskutieren wir die methodischen Herausforderungen und notwendigen Voraussetzungen für eine gelingende Durchführung von Interviews mit Hilfe von Gebärdensprachdolmetscher*innen.","PeriodicalId":197030,"journal":{"name":"BIOS – Zeitschrift für Biographieforschung, Oral History und Lebensverlaufsanalysen","volume":"33 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"2023-08-14","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"128277539","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
{"title":"Annotationen zum Theorie- und Forschungsprogramm der Objektiven Hermeneutik Ulrich Oevermanns","authors":"Klaus Kraimer","doi":"10.3224/bios.v34i2.04","DOIUrl":"https://doi.org/10.3224/bios.v34i2.04","url":null,"abstract":"Das Theorie- und Forschungsprogramm der Objektiven Hermeneutik ist unverbrüchlich mit dem Lebenswerk Ulrich Oevermanns (1940-2021) verbunden Seine theoretischen Modelle wie die Theorie der Deutungsmuster, der Lebenspraxis oder der Professionalisierung zeigen vielfältige Perspektiven zur Erforschung der sinnstrukturierten Welt auf. Dabei eröffnet Oevermanns hermeneutisch-erfahrungswissenschaftliche Methodologie die Perspektive für eine unvoreingenommene, distanzierte, strukturtheoretisch inspirierte Sicht. Biographische Verläufe etwa lassen sich im Kontext seiner Theorie der Lebenspraxis unter dem Gesichtspunkt der Krisenbewältigung im Zuge der Rekonstruktion humaner Sozialisation als Verlaufsform einer systematischen Erzeugung des Neuen verstehen. Dieser Text gibt Einblick in den Grundstock an Begriffen und Wissensbeständen der Objektiven Hermeneutik. Oevermanns Lebenswerk beinhaltet viel von dem, was er seinen akademischen Lehrern Adorno, Habermas oder Lepsius verdankte, was er im Rückgriff auf seine Vorbilder lebendig halten und weiterentwickeln konnte: ein kritisches Aufklärungsinteresse, die Unterwerfung unter die Logik des besseren Argumentes, riskantes Denken, weitreichende bildungs- und gesellschaftstheoretische Schlüsse. Dass er es seiner Leserschaft und sich selbst nicht leicht gemacht hat, davon zeugen seine Disziplinierung zur sachhaltigen Auseinandersetzung mit empirischem Forschungsmaterial, seine methodische Stringenz und die Freude an der Entdeckung des Neuen, die sich in seinen Texten widerspiegeln und in der nächsten forschenden Generation fortleben können.","PeriodicalId":197030,"journal":{"name":"BIOS – Zeitschrift für Biographieforschung, Oral History und Lebensverlaufsanalysen","volume":"77 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"2023-08-14","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"132370143","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
{"title":"„Von der Geisterjagd“. Möglichkeiten der Sichtbarmachung und Partizipation von Aktivist:innen in der Kunstinstallation „Geister“","authors":"Alicia Gorny","doi":"10.3224/bios.v34i2.06","DOIUrl":"https://doi.org/10.3224/bios.v34i2.06","url":null,"abstract":"Der Beitrag untersucht das Phänomen Fremdheit bei sog. „first-generation-students“, insbesondere im Übergang in das Studium. Anhand von zwei Fallbeispielen aus einem Projekt zu Studierendenbiographien an der Universität Wien werden aus biographie-analytischer Perspektive Argumente und Anregungen für weitere Analysen entwickelt, die darauf zielen, Fremdheitserfahrungen nicht verkürzt und vorschnell zuzuschreiben, sondern sie im komplexen Zusammenhang mit den im Laufe eines Lebens gemachten Erfahrungen zu verstehen. Dabei werden unterschiedliche Facetten kultureller und sozialer Fremdheit herausgearbeitet und im Kontext ihrer lebensgeschichtlichen Verknüpfung mit Handlungs- und Verletzungspotenzialen in Bildungsprozessen analysiert. In diesem Zusammenhang wird auch die biographische Langzeitwirkung von Benachteiligungsstrukturen auf Bildungswegen erkennbar.","PeriodicalId":197030,"journal":{"name":"BIOS – Zeitschrift für Biographieforschung, Oral History und Lebensverlaufsanalysen","volume":"7 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"2023-08-14","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"129608874","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
{"title":"Praxeologisieren – Situieren – Relationieren. Zum methodologischen Gewinn machttheoretischer Überlegungen für eine reflexive Übergangsforschung","authors":"Barbara Stauber","doi":"10.3224/bios.v34i2.03","DOIUrl":"https://doi.org/10.3224/bios.v34i2.03","url":null,"abstract":"Die Frage, was durch eine empirische Forschungspraxis überhaupt erschlossen werden kann, ist abhängig von den jeweiligen theoretischen Perspektiven, in denen diese forscherische Aktivität stattfindet. Der Artikel nimmt nach einer grundlegenden Erinnerung an das Konzept der theoretischen Empirie die Bedeutung poststrukturalistischer machttheoretischer Perspektivierungen für das Feld der Übergangsforschung in den Blick. Genauer: Er fragt danach, inwiefern mit solchen machttheoretischen Positionierungen auch bestimmte methodologische Perspektivierungen verbunden sind. Nach einem Aufschlag, der den Zugang einer reflexiven Übergangsforschung umreißt und deren machttheoretische Prämissen in ihrer Relevanz für deren Forschungsfelder ausweist, werden zentrale methodologische Herausforderungen an empirische Forschung in diesen Feldern formuliert und auf existierende Methodenangebote bezogen. Letztere werden einer dezidiert praxeologischen Lesart unterzogen, die die eigene Forschungspraxis wie auch ihre „Gegenstände“ situiert und relationiert. Damit kann der Tendenz im empirischen Arbeiten, Entitäten zu isolieren, gegengesteuert werden und das existierende Methodenrepertoire bewusst dazu genutzt werden, den Prozesscharakter, die Situiertheit und relationale Verwobenheit ihrer „Gegenstände“ deutlich zu machen. Praxeologisieren, situieren und relationieren sind mithin Strategien, denen ein Irritationspotential zugeschrieben werden kann, das in der Forschung generell erwünscht, einer reflexiven Übergangsforschung aber besonders zuträglich ist.","PeriodicalId":197030,"journal":{"name":"BIOS – Zeitschrift für Biographieforschung, Oral History und Lebensverlaufsanalysen","volume":"12 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"2023-08-14","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"122271301","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
{"title":"Schmelztiegel Ruhrbergbau? Die Integration türkischer „Gastarbeiter“ mit Oral-History-Interviews im Schülerlabor erforschen","authors":"Marcel Mierwald","doi":"10.3224/bios.v34i2.05","DOIUrl":"https://doi.org/10.3224/bios.v34i2.05","url":null,"abstract":"Die (historische) Auseinandersetzung mit dem Strukturwandel und den damit verbundenen Arbeitskämpfen im Ruhrgebiet unterlag und unterliegt implizit einer maskulinen Prägung der Erinnerungskultur, die sich vornehmlich auf männliche Arbeit und Biographien stützt. Weibliches Engagement in Arbeitskämpfen, das über die Rolle als unterstützende Randfiguren hinausgeht, kann demgegenüber noch immer als blinder Fleck der Geschichtsforschung betrachtet werden. Die Ausstellung „Geister“ präsentierte die erlebte Geschichte derer, die von der klassischen Geschichtsschreibung verdrängt wurden. Durch den aktiven Einbezug damaliger Beteiligter entstand ein partizipatives, multiperspektivisches Ausstellungskonzept. In der Genese des Konzepts traten Dissonanzen und Deutungsverschiebungen zu Tage, die sich in der Lücke zwischen einer wissenschaftlich-analytischen Sicht einerseits und dem Blick von Zeitzeug:innen auf ihre eigenen Erzählungen andererseits, ergaben. Zentral für den Arbeitsprozess wurde die Frage nach der Aneignung von Geschichte und Erinnerung. Eigene wissenschaftliche und künstlerische Deutungshoheiten mussten zurückgestellt werden, um andere Deutungen zuzulassen.","PeriodicalId":197030,"journal":{"name":"BIOS – Zeitschrift für Biographieforschung, Oral History und Lebensverlaufsanalysen","volume":"114 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"2023-08-14","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"127570929","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
{"title":"Sozialer Aufstieg und Wissenschaftskarriere. Signifikante und autoritative Andere als Initiator:innen von Bildungs- und Aufstiegsmobilität","authors":"Frerk Blome","doi":"10.3224/bios.v34i1.04","DOIUrl":"https://doi.org/10.3224/bios.v34i1.04","url":null,"abstract":"Hochschulen sind eine zentrale Institution zur (Re-)Produktion und Legitimation sozialer Ungleichheiten. Auf Ebene der Studierenden wurden und werden klassenspezifische Ungleichheiten eingehend beforscht, die Wissenschaftskarriere aber ist nur rudimentär untersucht worden. Die verfügbaren Studien deuten indes auf eine Unterrepräsentation von aus niedrigen sozialen Klassen stammenden Wissenschaftler:innen hin und fokussieren die Erklärung der Reproduktion dieser Ungleichheiten. Demgegenüber bezieht sich dieser Beitrag auf einen zentralen Mechanismus sozialer Aufstiegsmobilität. Basierend auf einer vergleichenden Analyse von 27 autobiographisch-narrativen Interviews mit deutschen Universitätsprofessor:innen der Rechts- und Erziehungswissenschaften unterschiedlicher Klassenherkunft wird unter Rückgriff auf Theorien des sozialen Selbst dargestellt, dass die sozialen Beziehungen und Interaktionen mit Anderen höherer Sozialklassen die Selbstbilder und die damit verbundenen biographischen Schemata der sozialen Aufsteiger:innen modifizieren. Dabei kommt den von autoritativen Anderen kommunizierten Erwartungen aufgrund der ihnen zugeschriebenen Sachautorität eine besondere Relevanz zu. Der Aufsatz leistet einen Beitrag zur sozialen Mobilitätsforschung, indem er einen wesentlichen Mechanismus sozialer Aufwärtsmobilität im akademischen Bereich beleuchtet.","PeriodicalId":197030,"journal":{"name":"BIOS – Zeitschrift für Biographieforschung, Oral History und Lebensverlaufsanalysen","volume":"21 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"2023-05-04","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"125928480","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
{"title":"Bildung und soziale Mobilität dies- und jenseits von Nationalstaaten. Transnationale Perspektiven auf die Bildungsbiographien von Jugendlichen","authors":"Merle Hinrichsen","doi":"10.3224/bios.v34i1.06","DOIUrl":"https://doi.org/10.3224/bios.v34i1.06","url":null,"abstract":"Der Beitrag widmet sich der Untersuchung des Zusammenhangs von Migration und sozialer Mobilität durch Bildung und kombiniert hierfür eine biographieanalytische mit einer transnationalen Perspektive. Anhand der Bildungsbiographien von Jugendlichen mit Migrationsgeschichte wird rekonstruiert, wie Erfahrungen in und Beziehungen zu unterschiedlichen (trans-)nationalen Kontexten mit Möglichkeiten der Bildungsmobilität zusammenspielen und welche Bedeutung diesbezüglich globale Macht- und Ungleichheitsverhältnisse entfalten. Dabei wird deutlich, dass die „Eigenlogik“ der (Bildungs-)Biographien von Jugendlichen häufig quer zu nationalstaatlichen Logiken liegt und sich vor dem Hintergrund biographischer Prozessdynamiken und Wissensbestände vollzieht. Für die Untersuchung von Bildungsmobilität in Migrationsgesellschaften ergibt sich daraus, verstärkt die Erfahrungen und Perspektiven von Jugendlichen einzubeziehen und ihre Biographien jenseits eines methodologischen Nationalismus in ihrem zeitlichen Verlauf zu analysieren.","PeriodicalId":197030,"journal":{"name":"BIOS – Zeitschrift für Biographieforschung, Oral History und Lebensverlaufsanalysen","volume":"30 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"2023-05-04","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"130891195","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
{"title":"Die Sozialforschung und das Arbeiterkind – über eine besondere Beziehung. Einleitung","authors":"Daniela Schiek","doi":"10.3224/bios.v34i1.01","DOIUrl":"https://doi.org/10.3224/bios.v34i1.01","url":null,"abstract":"","PeriodicalId":197030,"journal":{"name":"BIOS – Zeitschrift für Biographieforschung, Oral History und Lebensverlaufsanalysen","volume":"76 2 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"2023-05-04","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"123221802","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
{"title":"„Aber wir finden das doch einfach immer wieder!“ Fremdheit und Passungsprobleme von Bildungsaufsteiger*innen als methodisches Problem","authors":"Ingrid Miethe","doi":"10.3224/bios.v34i1.02","DOIUrl":"https://doi.org/10.3224/bios.v34i1.02","url":null,"abstract":"„Aber wir finden das doch einfach immer wieder!“ ist eine häufige Reaktion von Kolleg*innen auf meine inzwischen öfter vorgebrachte These der Relativierung von Fremdheitserfahrung bei Bildungsaufsteiger*innen (Miethe 2017; Käpplinger/Miethe/ Kleber 2019). „Ja. Ich habe das auch in meinem Material“, so meine Antwort, „aber eben nicht nur das. Wir müssen genauso nach gegenläufigen Befunden suchen und vor allem die Fremdheitserfahrungen im biographischen Gesamtkontext interpretieren.“ Meine Antwort verweist auf ein methodisches Grundproblem, nämlich in welchem Maße in einer qualitativen Forschung theoretische Annahmen eine Interpretation bestimmen (dürfen) und wie offen methodisch gearbeitet werden kann/muss. Die These des Beitrags ist von daher, dass die seit Jahrzehnten beschriebenen Fremdheitserfahrungen und Passungsprobleme (auch) Folge einer zu starken Fokussierung auf die Konzeption Bourdieus ist – eine theoretische Vorprägung, die methodisch nicht ausreichend berücksichtigt wird. Diese theoretische Vorprägung hat Auswirkungen auf Datenerhebung, Sampling und Auswertung und führt im Ergebnis zu einer Überwertung möglicher Passungsprobleme.","PeriodicalId":197030,"journal":{"name":"BIOS – Zeitschrift für Biographieforschung, Oral History und Lebensverlaufsanalysen","volume":"20 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"2023-05-04","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"115169321","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
{"title":"Einstieg in eine „fremde Welt“? Perspektiven der Biographieforschung und empirische Argumente zum Übergang in die Hochschule von „first-generation students“ der Bildungswissenschaft","authors":"Bettina Dausien, J. Hackl","doi":"10.3224/bios.v34i1.03","DOIUrl":"https://doi.org/10.3224/bios.v34i1.03","url":null,"abstract":"Der Beitrag untersucht das Phänomen Fremdheit bei sog. „first-generation-students“, insbesondere im Übergang in das Studium. Anhand von zwei Fallbeispielen aus einem Projekt zu Studierendenbiographien an der Universität Wien werden aus biographie-analytischer Perspektive Argumente und Anregungen für weitere Analysen entwickelt, die darauf zielen, Fremdheitserfahrungen nicht verkürzt und vorschnell zuzuschreiben, sondern sie im komplexen Zusammenhang mit den im Laufe eines Lebens gemachten Erfahrungen zu verstehen. Dabei werden unterschiedliche Facetten kultureller und sozialer Fremdheit herausgearbeitet und im Kontext ihrer lebensgeschichtlichen Verknüpfung mit Handlungs- und Verletzungspotenzialen in Bildungsprozessen analysiert. In diesem Zusammenhang wird auch die biographische Langzeitwirkung von Benachteiligungsstrukturen auf Bildungswegen erkennbar.","PeriodicalId":197030,"journal":{"name":"BIOS – Zeitschrift für Biographieforschung, Oral History und Lebensverlaufsanalysen","volume":"95 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"2023-05-04","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"124603972","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}