{"title":"Kapitel 5: Desinformation aus der Perspektive des Rechts","authors":"Lena Isabell Löber, A. Roßnagel","doi":"10.5771/9783748904816-149","DOIUrl":"https://doi.org/10.5771/9783748904816-149","url":null,"abstract":"Desinformation ist gesetzlich nicht deĄniert. Aus rechtlicher Perspektive ist sie als bewusst unwahre Tatsachenbehauptung zu qualiĄzieren. Sie kann auch mit Werturteilen verbunden sein. Neben das objektiv zu bestimmende Kriterium der Unwahrheit tritt eine subjektive Komponente: Die Äußerung der Unwahrheit erfolgt wider besseres Wissen und zumeist mit Täuschungsoder Manipulationsabsicht. Die Verbreitung der Desinformation erfolgt in einem Kommunikationszusammenhang, auf den sie einwirkt oder einzuwirken versucht. Die Weiterverbreitung der Desinformation kann durch Personen geschehen, denen die Unwahrheit nicht bewusst ist. Ein generelles Gesetz, das die Herstellung und Verbreitung von Desinformationen verbietet oder unter Strafe stellt, gibt es in Deutschland nicht. Ein solches Verbot besteht nur in bestimmten Kommunikationszusammenhängen, wie z. B. vor Gerichten und parlamentarischen Untersuchungsausschüssen oder zum Schutz des Wettbewerbs, der Verbraucher oder von Vertragspartnern. Auch untersagt das Strafrecht gewisse Desinformationen, die für die Allgemeinheit und Einzelne besonders schädlich sind. Die folgenden Ausführungen untersuchen die bestehenden rechtlichen Regelungen und die rechtspolitischen Regulierungsansätze, die diskutiert werden, um digitale Desinformation und ihre Verbreitung im digitalen Raum zu unterbinden. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Desinformationen im nationalen Kontext, die durch private Akteure in der digitalen Öffentlichkeit lanciert werden. Dies soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass Desinformationskampagnen auch Teil von Propagandatätigkeiten anderer Staaten mit Wirkung auf die Bundesrepublik Deutschland sein können. Diese außen-","PeriodicalId":234032,"journal":{"name":"Desinformation aufdecken und bekämpfen","volume":"1 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"134523987","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
{"title":"Kapitel 2: Jenseits der Fakten: Deutschsprachige Fake News aus Sicht der Journalistik","authors":"K. Bader, C. Jansen, L. Rinsdorf","doi":"10.5771/9783748904816-33","DOIUrl":"https://doi.org/10.5771/9783748904816-33","url":null,"abstract":"Gleichgültig, ob es sich um eine wissenschaftliche Debatte handelt, ein mit journalistischen Praktikern besetztes Podium oder ein Stammtischgespräch: Seit 2016 fällt in Diskussionen, in denen es um die aktuelle Rolle von Onlinemedien und Social Networks im gesellschaftlichen Diskurs geht, fast zwangsläuĄg der Begriff ĎFake News“. Im Internet und über Social Networks verbreitete Falschmeldungen, die in Sachen Themenwahl, Aufbereitung und Darstellungsformen echten Journalismus imitieren, aber journalistische Recherchestandard systematisch missachten und falsche Tatsachenbehauptungen verbreiten, werden weltweit als relevantes Problem wahrgenommen. Sowohl in hochentwickelten Staaten wie den USA und Deutschland als auch in Entwicklungsländern und Schwellenländern wie beispielsweise Indien wird derartigem Pseudo-Journalismus das Potenzial zugeschrieben, das politische Klima mitzuprägen und demokratische Prozesse zu stören, insbesondere vor Wahlen. Im folgenden Kapitel wird es darum gehen, kommunikationswissenschaftliche Erkenntnisse über Fake News im deutschsprachigen Raum systematisch zusammenzutragen und eigene Forschungsergebnisse im Kontext bereits bestehender Fake-News-Forschung vorzustellen. Einen exemplarischen Einblick in das deutsche Fake-News-Milieu gab 2018 ein Prozess in Berlin: Mit Mario R. stand dort ein langjähriger Aktivist des rechtspopulistischen Milieus vor Gericht. Er gestand, Inhaber eines On-","PeriodicalId":234032,"journal":{"name":"Desinformation aufdecken und bekämpfen","volume":"24 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"114715217","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}
Oren Halvani, Wendy Freifrau, Heereman von Zuydtwyck, Michael Herfert, Michael Kreutzer, Huajian Liu, Hervais Simo Fhom, M. Steinebach, Inna Vogel, R. Wolf, York Yannikos, Sascha Zmudzinski
{"title":"Kapitel 4: Automatisierte Erkennung von Desinformationen","authors":"Oren Halvani, Wendy Freifrau, Heereman von Zuydtwyck, Michael Herfert, Michael Kreutzer, Huajian Liu, Hervais Simo Fhom, M. Steinebach, Inna Vogel, R. Wolf, York Yannikos, Sascha Zmudzinski","doi":"10.5771/9783748904816-101","DOIUrl":"https://doi.org/10.5771/9783748904816-101","url":null,"abstract":"Dieses Kapitel adressiert die Frage, wie Desinformationen automatisiert erkannt werden können. Die Notwendigkeit dieser Betrachtung leitet sich von der Menge an entsprechenden Inhalten ab, die potentiell erzeugt und verbreitet werden können. Ohne eine Möglichkeit, hier automatisch oder zumindest semi-automatisch Inhalte zu erkennen und zu Ąltern, sind die für entsprechende Vorgänge Verantwortlichen schnell überfordert. Dabei wird von einem Anwender ausgegangen, der eine Beurteilung von eingehenden Meldungen durchführt und dabei technisch unterstützt wird. Dies adressiert insbesondere Redakteure und Medienschaffende. Es soll die Grundlage für ein Werkzeug oder treffender eine Sammlung von Werkzeugen geschaffen werden, mit denen Nutzende Hinweise für eine Manipulation der Inhalte einer Meldung oder ihre desinformierende Natur sammeln können. Diese Hinweise können beispielsweise darin bestehen, dass ein Foto bereits in einer früheren Pressemitteilung verwendet wurde und nun in einem anderen Kontext verwendet wird. Oder dass ein Foto Spuren von einer Bearbeitung aufweist, die möglicher Weise seine Aussage verändern. Das Erzeugen dieser Hinweise soll dabei automatisiert geschehen, die Interpretation hingegen muss heute noch durch Experten erfolgen. Die Technik assistiert also dem Anwender bei der Prüfung.","PeriodicalId":234032,"journal":{"name":"Desinformation aufdecken und bekämpfen","volume":"346 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":null,"resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":"122996529","PeriodicalName":null,"FirstCategoryId":null,"ListUrlMain":null,"RegionNum":0,"RegionCategory":"","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":"","EPubDate":null,"PubModel":null,"JCR":null,"JCRName":null,"Score":null,"Total":0}