{"title":"非valvuv颤症和冠状动脉心脏病的抗凝疗法,这是硬币的两面","authors":"Christian Widera, A. Elsässer","doi":"10.1055/s-0042-104521","DOIUrl":null,"url":null,"abstract":"Bei Patienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern und erhöhtem thrombembolischen Risiko, das sich in einem CHA2DS2-VASc Score ≥ 2 zeigt, besteht die Indikation zu einer oralen Antikoagulation. Die Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) empfehlen hierfür die neuen oralen Antikoagulanzien (NOAK). Wenn bei dieser Patientengruppe eine koronare Herzerkrankung (KHK) mit einer Stentimplantation behandelt wird, besteht die Indikation für eine antithrombozytäre und antikoagulatorische Therapie. Diese Triple-Therapie besteht aus ASS und Clopidogrel sowie einem NOAK oder Vitamin-K-Antagonisten. Die bei Patienten mit einem akuten Koronarsyndrom (ACS) indizierten P2Y12-Inhibitoren Prasugrel und Ticagrelor sind in der Triple-Therapie wegen einer deutlich erhöhten Blutungsrate obsolet. Neben der Ätiologie des Indexereignisses sowie dem implantierten Stenttypus hängt die Dauer der Triple-Therapie vom individuellen Blutungsrisiko ab, das durch den HAS-BLED-Score objektiviert wird. Bei Patienten mit einem hohen Blutungsrisiko (HAS-BLED ≥ 3) sollte die Triple-Therapie grundsätzlich nicht länger als 4 Wochen bestehen unabhängig davon, welcher Stenttypus (bare metal- oder drug-eluting-stent, BMS/DES) implantiert wurde und ob es sich um einen elektiven Eingriff oder eine Intervention bei einem ACS handelte. Besteht ein niedriges Blutungsrisiko (HAS-BLED ≤ 2) wird nach interventionellem Vorgehen beim ACS die Triple-Therapie über 6 Monate und bei der stabilen KHK mit Implantation eines DES über 3 Monate bzw. eines BMS für 1 Monat durchgeführt.","PeriodicalId":101734,"journal":{"name":"Klinikarzt – Medizin im Krankenhaus","volume":"6 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0000,"publicationDate":"2016-04-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":"0","resultStr":"{\"title\":\"Antikoagulation bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern und koronarer Herzerkrankung – Die zwei Seiten der Medaille\",\"authors\":\"Christian Widera, A. Elsässer\",\"doi\":\"10.1055/s-0042-104521\",\"DOIUrl\":null,\"url\":null,\"abstract\":\"Bei Patienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern und erhöhtem thrombembolischen Risiko, das sich in einem CHA2DS2-VASc Score ≥ 2 zeigt, besteht die Indikation zu einer oralen Antikoagulation. Die Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) empfehlen hierfür die neuen oralen Antikoagulanzien (NOAK). Wenn bei dieser Patientengruppe eine koronare Herzerkrankung (KHK) mit einer Stentimplantation behandelt wird, besteht die Indikation für eine antithrombozytäre und antikoagulatorische Therapie. Diese Triple-Therapie besteht aus ASS und Clopidogrel sowie einem NOAK oder Vitamin-K-Antagonisten. Die bei Patienten mit einem akuten Koronarsyndrom (ACS) indizierten P2Y12-Inhibitoren Prasugrel und Ticagrelor sind in der Triple-Therapie wegen einer deutlich erhöhten Blutungsrate obsolet. Neben der Ätiologie des Indexereignisses sowie dem implantierten Stenttypus hängt die Dauer der Triple-Therapie vom individuellen Blutungsrisiko ab, das durch den HAS-BLED-Score objektiviert wird. Bei Patienten mit einem hohen Blutungsrisiko (HAS-BLED ≥ 3) sollte die Triple-Therapie grundsätzlich nicht länger als 4 Wochen bestehen unabhängig davon, welcher Stenttypus (bare metal- oder drug-eluting-stent, BMS/DES) implantiert wurde und ob es sich um einen elektiven Eingriff oder eine Intervention bei einem ACS handelte. Besteht ein niedriges Blutungsrisiko (HAS-BLED ≤ 2) wird nach interventionellem Vorgehen beim ACS die Triple-Therapie über 6 Monate und bei der stabilen KHK mit Implantation eines DES über 3 Monate bzw. eines BMS für 1 Monat durchgeführt.\",\"PeriodicalId\":101734,\"journal\":{\"name\":\"Klinikarzt – Medizin im Krankenhaus\",\"volume\":\"6 1\",\"pages\":\"0\"},\"PeriodicalIF\":0.0000,\"publicationDate\":\"2016-04-01\",\"publicationTypes\":\"Journal Article\",\"fieldsOfStudy\":null,\"isOpenAccess\":false,\"openAccessPdf\":\"\",\"citationCount\":\"0\",\"resultStr\":null,\"platform\":\"Semanticscholar\",\"paperid\":null,\"PeriodicalName\":\"Klinikarzt – Medizin im Krankenhaus\",\"FirstCategoryId\":\"1085\",\"ListUrlMain\":\"https://doi.org/10.1055/s-0042-104521\",\"RegionNum\":0,\"RegionCategory\":null,\"ArticlePicture\":[],\"TitleCN\":null,\"AbstractTextCN\":null,\"PMCID\":null,\"EPubDate\":\"\",\"PubModel\":\"\",\"JCR\":\"\",\"JCRName\":\"\",\"Score\":null,\"Total\":0}","platform":"Semanticscholar","paperid":null,"PeriodicalName":"Klinikarzt – Medizin im Krankenhaus","FirstCategoryId":"1085","ListUrlMain":"https://doi.org/10.1055/s-0042-104521","RegionNum":0,"RegionCategory":null,"ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":null,"EPubDate":"","PubModel":"","JCR":"","JCRName":"","Score":null,"Total":0}
Antikoagulation bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern und koronarer Herzerkrankung – Die zwei Seiten der Medaille
Bei Patienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern und erhöhtem thrombembolischen Risiko, das sich in einem CHA2DS2-VASc Score ≥ 2 zeigt, besteht die Indikation zu einer oralen Antikoagulation. Die Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) empfehlen hierfür die neuen oralen Antikoagulanzien (NOAK). Wenn bei dieser Patientengruppe eine koronare Herzerkrankung (KHK) mit einer Stentimplantation behandelt wird, besteht die Indikation für eine antithrombozytäre und antikoagulatorische Therapie. Diese Triple-Therapie besteht aus ASS und Clopidogrel sowie einem NOAK oder Vitamin-K-Antagonisten. Die bei Patienten mit einem akuten Koronarsyndrom (ACS) indizierten P2Y12-Inhibitoren Prasugrel und Ticagrelor sind in der Triple-Therapie wegen einer deutlich erhöhten Blutungsrate obsolet. Neben der Ätiologie des Indexereignisses sowie dem implantierten Stenttypus hängt die Dauer der Triple-Therapie vom individuellen Blutungsrisiko ab, das durch den HAS-BLED-Score objektiviert wird. Bei Patienten mit einem hohen Blutungsrisiko (HAS-BLED ≥ 3) sollte die Triple-Therapie grundsätzlich nicht länger als 4 Wochen bestehen unabhängig davon, welcher Stenttypus (bare metal- oder drug-eluting-stent, BMS/DES) implantiert wurde und ob es sich um einen elektiven Eingriff oder eine Intervention bei einem ACS handelte. Besteht ein niedriges Blutungsrisiko (HAS-BLED ≤ 2) wird nach interventionellem Vorgehen beim ACS die Triple-Therapie über 6 Monate und bei der stabilen KHK mit Implantation eines DES über 3 Monate bzw. eines BMS für 1 Monat durchgeführt.