IV. Konservative Therapie in der Lymphologie

IF 5.5 4区 医学 Q1 DERMATOLOGY
{"title":"IV. Konservative Therapie in der Lymphologie","authors":"","doi":"10.1111/ddg.15657_g","DOIUrl":null,"url":null,"abstract":"<p>Manuel Cornely<sup>1</sup>, Christian Ure<sup>2</sup>, Anett Reißhauer<sup>3</sup>, Andrzej Szuba<sup>4</sup>, Jean-Paul Belgrado<sup>5</sup>, Katrin Männel-Emra⁶, Peter Nolte⁷, Isabel Forner-Cordero⁸, Andreas Mittelbach⁹, Karsten Knobloch¹⁰, Chieh-Han John Tzou<sup>11, 12, 13</sup></p><p><sup>1</sup>LY.SEARCH gGmbH, Düsseldorf, Deutschland</p><p><sup>2</sup>Lymphklinik Wolfsberg im LKH Wolfsberg, Österreich</p><p><sup>3</sup>Charité-Universitätsmedizin, Berlin, Freie Universität Berlin and Humboldt Universität zu Berlin, Deutschland</p><p><sup>4</sup>Faculty of Medicine, Wroclaw Medical University, Breslau, Polen</p><p><sup>5</sup>Lymphology Research and Rehabilitation Unit, Université libre de Bruxelles, Brüssel, Belgien</p><p><sup>6</sup>Physiotherapiepraxis Männel-Emra, Neumarkt, Deutschland</p><p><sup>7</sup>Ödemzentrum Bad Berleburg, Klinik Haus am Schloßpark, Bad Berleburg, Deutschland</p><p><sup>8</sup>Lymphedema Unit, University Hospital La Fe, Valencia, Spanien</p><p><sup>9</sup>Institut für Physikalische Medizin und Rehabilitation &amp; Physikoverbund Österreichische Gesundheitskasse, Wien, Österreich</p><p><sup>10</sup>SportPraxis Prof. Knobloch, Hannover, Deutschland</p><p><sup>11</sup>Department für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Abteilung für Chirurgie, Krankenhaus Göttlicher Heiland GmbH, Wien, Österreich</p><p><sup>12</sup>Medizinische Fakultät, Sigmund Freud Universität Wien, Österreich</p><p><sup>13</sup>TZOU MEDICAL., Lymphzentrum Wien, Österreich</p><p>Es sprechen zehn qualifizierte Referenten über unterschiedliche Aspekte der konservativen Therapie.</p><p>Christian Ure, der Koordinator der S3-Leitlinie Lymphödem der AWMF präsentiert den Stand der Dinge, der sich mitten im Stadium “Work in progress” befindet. Ein Präjudiz der sich zurzeit in Sichtung befindlichen Literatur kann nicht referiert werden, wohl aber der bisherige Verlauf und die geplanten Meilensteine.</p><p>Einen Überblick zu den therapeutischen Herausforderungen in der klinischen Lymphologie vom Säugling über Kleinkinder bis zu multimorbiden Patienten gibt Anett Reißhauer. Ausschließlich eine personalisierte Therapie ist hier möglich, was die Komplexität der medizinischen Versorgung unterstreicht. Die interdisziplinäre und interprofessionelle Herausforderung wird von ihr besonders betont.</p><p>Nach diesen einleitenden Erläuterungen gibt Andrzej Szuba den Blick frei auf Physiologie und Pathophysiologie des lymphatischen Systems, das in allen Organen sowie im zentralen Nervensystem der Knochen lokalisiert ist.</p><p>Die Immunabwehr, Lipidabsorption und Regulierung des Flüssigkeitshaushaltes ist seine Aufgabe. Die Funktionalität des interstitiellen Flüssigkeitstransportes liegt allein in der Verantwortung des Lymphgefäßsystems. Solch zentrale Schlüsselstellung wird durch die Kenntnis unterstrichen, dass eine funktionell gestörtes Lymphgefäßsystem in den meisten bekannten Krankheiten festgestellt wird. Störungen der Integrität der Lymphgefäße und ihrer Transportfähigkeit potenzieren Erkrankungen des Herzkreislaufsystems, des Darms, der Lunge, der Nieren, der Knochen und der kognitiven Dysfunktion.</p><p>Drei sachkundige Experten stellen sich einer Paneldiskussion zum Thema „Die Wirkung von intermittierend pneumatischer Kompression, tiefer Oszillation und Kompression auf den Lymphfluss und das Gewebe.“ und diskutieren unter der Moderation von Manuel Cornely.</p><p>Jean-Paul Belgrado erläutert die Wirkung der Kompression auf den Lymphfluss und das Gewebe. Jede Form der Wirkung auf das Gewebe hat als gemeinsamen Nenner die Erzeugung gerichteter Kräfte, welche superfiziell wirken und Druck ausüben. Die Druckprofile, gemessen über die Zeit belegen, dass elastische Strümpfe nur eine geringe Wirkung auf die Kompression haben. Mehr-Komponentenbinden bauen deutlich höhere Anpressdrücke auf, da die Materialien höhere Amplituden erzeugen, wenn Muskeln unter der Bandage aktiv angesprochen werden.</p><p>Katrin Männel-Emra fokussiert den Effekt der deep oszillation auf das tiefe Gewebe, bei dem durch elektrostatische Anziehung und Reibung Schwingung erzeugt wird. In einem pulsierenden elektrostatischen Feld von 5 bis 250 Hertz (Hz) wird der Lymphfluss angeregt, Fibrosen aufgeweicht und ein schmerzlindernder Effekt der Vibration erzeugt. Diese Wirkungen können bis zu 8 cm in die Tiefe eindringen und hierbei eine entstauende Wirkung entfalten. Die Tiefenoszillation unterstützt und intensiviert die manuelle Lymphdrainage.</p><p>Peter Nolte beschäftigt sich mit der Wirkung der intermittierenden pneumatischen Kompression (IPK) auf Venenfluss, Lymphfluss und Gewebe. Diese Form der technischen Kompression, die idealerweise mit einem 12-Kammer-System an den Extremitäten durchgeführt wird, unterstützt Therapieverfahren wie manuelle Lymphdrainage.</p><p>Aktuelle Studien belegen, dass in der Schmerztherapie bei Erkrankung durch LiDo die IPK / AIK der MLD gleichzusetzen ist.</p><p>Die entstauende Lymphtherapie, die nur mit intermittierend pneumatischer Kompression und Bandagen durchgeführt wird, ist der traditionellen Therapie mit zusätzlicher manueller Lymphdrainage nicht unterlegen, hat aber auch keinen Einfluss auf eine Reduzierung unerwünschter Ergebnisse oder auf das Fortschreiten eines Lymphödems in der Erhaltungsphase.</p><p>MLD und Gravidität, was ist erlaubt, was ist möglich? Andreas Mittelbach lenkt den Blick auf die Fortsetzung von konservativer Therapie von Lymphödemen während der Schwangerschaft. Nicht nur die Anforderung an Therapeuten und Ärzte bezugs der Compliance der Patientin kann erheblich sein, zur Frage steht auch, ob die Behandlung von Lymphödem in der Schwangerschaft ein Risiko darstellt. Lymphödeme müssen von den üblichen eine Schwangerschaft begleitenden ödematösen Schwellung sorgfältig unterschieden werden. Schwangerschaft stellt keine Kontraindikation zur komplexen Entstauungstherapie dar, diese sollte aber zwischen der Patientin, den Therapeuten und Ärzten sorgfältig überlegt werden.</p><p>Mit den Erläuterungen zur extrakorporalen Stoßwellentherapie (ESWT) in der Lymphologie beendet Karsten Knobloch diesen Themenblock zur konservativen Therapie. Diese Therapieform kann bei primären und sekundären Lymphödemen sowie bei Fibrosen, Narben und LiDo angewendet werden. Die Metaanalyse zeigt, dass lymphödembedingte Schwellungen, reduziert werden können, weil vaskulär endotheliale Wachstumsfaktoren (VEGF-C) signifikant ansteigen, die Lymphangiogenese beschleunigt und die Modulation des TGF-ß antifibrotisch wirkt. Diese Effekte seien in einer klinischen Kohortenstudie am Lipödem, Cellulite und sekundären Armlymphödemen nach Brustkrebs nachgewiesen worden.</p><p>Nummer: 19</p><p><b>Aktuelle Entwicklung Leitlinie Lymphödem: Welche Konsequenzen ergeben sich für die Praxis?</b></p><p>Christian Ure</p><p>Lymphklinik Wolfsberg im LKH Wolfsberg, Österreich</p><p>Die Entwicklung der S3 Leitlinie ist gerade mitten im Stadium „work in progress“ ist und kann daher nicht präjudiziert werden, was an derzeit in Sichtung befindlicher Literatur in die Leitlinienempfehlungen eingepflegt wird. Vorgestellt wurde der bisherige Verlauf und die geplanten mile-stones des vorgegebenen Zeitrahmens (bis 03/2026). Präsentiert wird ein kurzer Einblick in den Ablauf (und die Hürden) der aktuellen Literaturrecherche und grade-Bewertung.</p><p>Nummer: 20</p><p>Anett Reißhauer<sup>1, 2</sup></p><p><sup>1</sup>Charité-Universitätsmedizin Berlin, Deutschland</p><p><sup>2</sup>Corporate member of Freie Universität Berlin and Humboldt Universität zu Berlin, Deutschland</p><p>Der Vortrag gibt einen Überblick über die therapeutischen Herausforderungen in der klinischen Lymphologie.</p><p>Dabei geht es um die Behandlung von Säuglingen und Kleinkindern bis hin zu multimorbiden, sehr alten Patienten mit Lymphödem. Die personalisierte Therapie steht eindeutig im Mittelpunkt. Dies zeigt nicht nur die Komplexität der medizinischen Versorgung, sondern auch den Aufwand in jeder Hinsicht. Nur durch eine gemeinsame Anstrengung, natürlich interprofessionell und interdisziplinär, wird es möglich sein, eine qualitativ hochwertige Therapie zur Behandlung von Lymphödemen aufrechtzuerhalten und letztlich auszubauen.</p><p>Was sich in der Lymphologie tätige Berufsgruppen für die Zukunft wünschen, welche Ideen und Wünsche es gibt, wird ebenfalls berücksichtigt.</p><p>Nummer: 21</p><p><b>Update zur Physiologie und Pathophysiologie des Lymphsystems</b></p><p>Andrzej Szuba</p><p>Faculty of Medicine, Wroclaw Medical University, Breslau, Polen</p><p>ORCID Nummer: 0000-0002-7555-6201</p><p><b>Einleitung/Hintergrund</b>: Das Lymphsystem (LS) besteht aus interstitieller Flüssigkeit und Lymphe, interstitiellem Raum und Lymphgefäßnetzwerk, lymphoiden Zellen in Organen oder frei beweglichen (Lymphknoten, Milz, Knochenmark, Thymus, Lunge, Darm, Leber). Das LS ist in allen Organen vorhanden, einschließlich des zentralen Nervensystems und der Knochen. Zu seinen Funktionen gehören die Immunabwehr, die Lipidabsorption und der Flüssigkeitshaushalt. Das LS ist allein für den Transport der interstitiellen Flüssigkeit verantwortlich. Zu den Störungen des Lymphsystems gehören traditionell Lymphödeme, Krebsmetastasen und Immun- oder Entzündungsreaktionen. Kürzlich wurde bei der Mehrzahl der untersuchten Krankheiten eine Beteiligung des Lymphsystems festgestellt, darunter Arteriosklerose, Herzinsuffizienz, Alzheimer-Demenz, Glaukom und Lungenerkrankungen.</p><p><b>Schlussfolgerung</b>: Das Lymphsystem spielt eine wichtige Rolle in der Pathophysiologie jeder Krankheit.</p><p>Störungen des Lymphtransports und der Integrität der Lymphgefäße sind starke Krankheitsverstärker, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, entzündliche Darmerkrankungen, Lungenerkrankungen, Knochenerkrankungen, kognitive Dysfunktionen und chronische Nierenerkrankungen.</p><p>Nummer: 22a</p><p><b>Panel discussion: Die Wirkung von IPK, Tiefenoszillation und Kompression auf den Lymphfluss\nund das Gewebe</b></p><p><b>Die Kompression</b></p><p>Jean-Paul Belgrado</p><p>Lymphology Research and Rehabilitation Unit, Université libre de Bruxelles, Brüssel, Belgien</p><p>ORCID Nummer: 0000-0001-6774-1725</p><p>Das Prinzip der Kompression ist das Herzstück der physikalischen Behandlung zur Entstauung von Lymphödemen.</p><p>Alle therapeutischen Hilfsmittel, darunter die manuelle Lymphdrainage, die intermittierende Kompressionstherapie, elastische Strümpfe oder Mehrkomponentenverbände, haben als gemeinsamen Nenner die Erzeugung gelenkte Kräfte, die auf die Oberfläche des Gewebes einwirken und Druck auf dieses ausüben.</p><p>Im Allgemeinen werden diese Drücke oft in statischen Begriffen ausgedrückt. Die zeitliche Dimension, die mit der Veränderung dieser Drücke verbunden ist, wird im Allgemeinen übersehen. Der Hauptgrund dafür ist, dass bis vor kurzem nur wenige Labore, die mit geeigneten Drucksensoren ausgestattet waren, Zugang zu diesen Daten in Echtzeit und über lange Zeiträume hatten.</p><p>Heute bietet die Technologie den Praktikern drahtlose Drucksensoren, die unter den Kompressionselementen angebracht werden können und Echtzeit-Druckprofile liefern, d. h. nicht nur die Druckwerte zu einem bestimmten Zeitpunkt, sondern auch die zeitlichen Schwankungen dieser Drücke. Diese erschwinglichen Geräte liefern Messungen in mm Hg mit sehr zufriedenstellender Zuverlässigkeit. Die Auflösung liegt bei etwa 1 mm Hg, mit einer Stabilität von etwa 24 Stunden.</p><p>Messungen, die beispielsweise unter elastischen Strümpfen durchgeführt wurden, zeigen, dass (unabhängig von der Aktivität der darunter liegenden Muskeln) die Kompression nur sehr wenig variiert und zwischen 2 und 4 mm Hg um den Basisdruck (der Druck, der aufgezeichnet wird, wenn die Person liegt und sich nicht bewegt) schwankt.</p><p>Unter Mehrkomponentenverbänden kann der unmittelbar nach dem Anlegen des Verbands aufgezeichnete Basisdruck drei- bis viermal höher sein als der unter Kompressionsstrümpfen aufgezeichnete Druck. Dieser Druck fällt jedoch sehr schnell auf weniger als 50% des Basisdrucks nach nur einer halben Stunde.</p><p>Der Unterschied, der im Druckprofil beobachtet wird, ist, dass Mehrkomponentenverbände, die mit geeigneten Schaumstoffen und Bandagen hergestellt werden, große Amplituden der Druckschwankung erzeugen, wenn die Person die Muskeln unter dem Verband aktiv kontrahiert. Diese Druckschwankung erzeugt eine signifikante und messbare Massage, die letztlich zu ihrer entstauenden Wirkung führt.</p><p>Nummer: 22b</p><p><b>Panel discussion: Die Wirkung von IPK, Tiefenoszillation und Kompression auf den Lymphfluss\nund das Gewebe</b></p><p><b>Die Tiefenoszillation</b></p><p>Katrin Männel-Emra</p><p>Physiotherapiepraxis Männel-Emra, Neumarkt, Deutschland</p><p><b>Einführung/Hintergrund</b>: Die Tiefenoszillation ist eine einzigartige, patentierte, elektromechanische Therapiemethode.</p><p>Durch elektrostatische Anziehung und Reibung wird das behandelte Gewebesegment durch alle Schichten hindurch angenehm zum Schwingen gebracht.</p><p>Eine elektrostatische Anziehung entsteht, wenn ein Halbleiter (Vinylschicht in Form von Handschuhen oder Beschichtung auf einem Handapplikator) zwischen zwei Elektroden angebracht und dann eine elektrische Spannung angelegt wird.</p><p>Während der Behandlung sind sowohl der Therapeut als auch der Patient mit dem Therapiegerät verbunden.</p><p><b>Material und Methoden</b>: Für die Anwendung baut das Therapiegerät ein pulsierendes elektrostatisches Feld mit Schwingungen zwischen 5 und 250 Hz auf.</p><p>Der Therapeut bewegt die Hand oder den Handapplikator mit wenig Druck über die zu behandelnde Hautpartie des Patienten.</p><p>Dadurch wird das darunter liegende Gewebe elektrostatisch angezogen und wieder fallen gelassen.</p><p><b>Ergebnisse</b>: Der Lymphfluss wird angeregt, Fibrosen werden aufgeweicht und die Vibrationen wirken schmerzlindernd.</p><p>Hernandez et al (2010) konnten mit einem diagnostischen Ultraschall eine Eindringtiefe der Tiefenoszillation von bis zu 8 cm nachweisen.</p><p>Die Tiefenoszillation wird seit mehr als 30 Jahren in zahlreichen Kliniken weltweit erfolgreich als adjuvante Therapie in der frühen postoperativen Nachsorge, u.a. bei Mammakarzinomen, eingesetzt.</p><p>Zahlreiche Studien belegen die Wirksamkeit der Methode.</p><p>In verschiedenen RCTs konnte ein deodematisierender Effekt nachgewiesen werden.</p><p>Untersucht wurden Gruppen mit MLD + Tiefenoszillation versus MLD allein.</p><p>(Jahr et al 2008, Boisnic et al 2013 klin. und ex vivo, Kashilska et al 2015, Teo et al 2016)</p><p>In Studien von Gasbarro et al. 2006, Gao et al. 2015, Teo et al. 2016, Hernandez et al. 2018 wurde auch eine antifibrotische Wirkung durch Ultraschall nachgewiesen.</p><p><b>Schlussfolgerung</b>: Die Tiefenoszillation sollte als zusätzliche Behandlungsoption zur manuellen Lymphdrainage verstanden werden.</p><p>Sie soll die Therapie unterstützend intensivieren, aber nicht die MLD ersetzen.</p><p>Nummer: 22c</p><p><b>Panel discussion: Die Wirkung von IPK, Tiefenoszillation und Kompression auf den Lymphfluss\nund das Gewebe</b></p><p><b>Die intermittierende pneumatische Kompression (IPK)</b></p><p>Peter Nolte</p><p>Ödemzentrum Bad Berleburg, Klinik Haus am Schloßpark, Bad Berleburg, Deutschland</p><p><b>Hintergrund</b>: Die Therapie der venösen und lymphatischen Rückflusserkrankungen ist vielschichtig und beschreibt im Vergleich der Empfehlungen stets den Kontext einer zwingend erforderlichen Kompressionstherapie. Diese Kompressionstherapie wird oftmals begleitet von verschiedenen unterstützenden Therapieverfahren wie manueller Lymphdrainage (MLD) und der intermittierenden pneumatischen Kompression (IPK), synonym auch als apparativ intermittierende Kompressionstherapie (AIK) bezeichnet.</p><p><b>Ziel</b>: Am Beispiel der Empfehlungen in den verschiedenen Leitlinien zum Einsatz der IPK/AIK lässt sich eine unstrittige Wirksamkeit dieser apparativen Therapie ableiten. Insbesondere auf die Varianz der Indikationen zur Linderung der Beschwerden durch die Verbesserung der Fließeigenschaften und der Ödemreduktion sowie einer Schmerztherapie sei hier verwiesen.</p><p><b>Methode</b>: Vergleich der Aussagen der Fachgesellschaften im Konsensus zum Einsatz der IPK/ AIK in den in Deutschland veröffentlichten Leitlinien</p><p><b>Ergebnisse</b>: In Deutschland ist die IPK/AIK in der Therapie der Lymphödeme zur unterstützenden Ödemreduktion weit verbreitet. Aktuelle Studien belegen, dass in der Schmerztherapie der Lipödemerkrankung die IPK/AIK der MLD gleichzusetzen ist und somit eine weitaus wirtschaftlichere Therapieoption darstellt.</p><p>Es zeigt sich jedoch, dass der Einsatz der IPK/AIK aufgrund der Wirksamkeit für eine Reihe weiterer Indikationen fachübergreifend sinnvoll einzusetzen ist.</p><p>Nummer: 23</p><p><b>Physiotherapie bei der dekongestiven Behandlung von Lymphödemen: Eine randomisierte, kontrollierte Studie zur Nichtunterlegenheit</b></p><p>Isabel Forner-Cordero</p><p>Lymphedema Unit, University Hospital La Fe, Valencia, Spanien</p><p>ORCID Nummer: 0000-0003-2778-037X</p><p><b>Einleitung</b>: Es soll beurteilt werden, ob die Behandlung mit intermittierender pneumatischer Kompression plus mehrlagigen Verbänden bei der Behandlung von dekompensierten Lymphödemen nicht schlechter ist als die klassische trimodale Therapie mit manueller Lymphdrainage.</p><p><b>Material und Methoden</b>:</p><p><b>Studiendesign</b>: Randomisierte, kontrollierte Nichtunterlegenheitsstudie zum Vergleich der Wirksamkeit von drei physikalischen Therapieschemata in der dekompensierten Lymphtherapie.</p><p><b>Teilnehmer der Studie</b>: 194 Lymphödempatienten im Stadium II-III mit einem Volumenüberschuss von &gt;10% wurden nach oberen und unteren Gliedmaßen geschichtet und dann nach dem Zufallsprinzip einer der drei Behandlungsgruppen zugeteilt. Die Ausgangsmerkmale waren in allen Gruppen vergleichbar.</p><p>Nach der DLT wurden Kompressionskleidung (flachgestrickt, maßgefertigt, ccl2 UL und ccl3 LL) verordnet.</p><p><b>Endpunkt</b>: Prozentuale Reduktion des überschüssigen Volumens (PREV).</p><p>Relative Volumenänderung</p><p>Fortschreiten: RVC &gt; 10%.</p><p><b>Ergebnisse</b>: Bei allen Patienten trat nach der Behandlung eine Verbesserung ein. Der globale Mittelwert von PREV betrug 63,9%, ohne signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen. Das untere Konfidenzintervall der Mittelwertdifferenz von PREV zwischen Gruppe B und Gruppe A sowie zwischen Gruppe C und Gruppe A lag unter 15%, womit das Nichtunterlegenheitskriterium erfüllt war.</p><p>Die häufigsten unerwünschten Ereignisse waren Unwohlsein und Lymphangitis, ohne Unterschiede zwischen den Gruppen. Ein größeres Ödem zu Studienbeginn, ein Lymphödem der oberen Gliedmaßen und eine Vorgeschichte von Dermatolymphangitis waren unabhängige prädiktive Faktoren für ein schlechteres Ansprechen in der multivariaten Analyse.</p><p>Die globale mittlere RVC betrug 1,95%, 4,2% und 5,76% 1, 6 und 12 Monate nach Ende der DLT, ohne Unterschiede zwischen den Gruppen.</p><p>Die Progressionsrate betrug 28,7% ohne Unterschiede zwischen den Gruppen.</p><p><b>Schlussfolgerung</b>: Eine nur mit intermittierender Kompression plus Bandagen durchgeführte dekongestive Lymphtherapie ist der traditionellen trimodalen Therapie mit MLD nicht unterlegen. Dieser Ansatz führte nicht zu einer Zunahme unerwünschter Ereignisse und hatte keinen Einfluss auf das Fortschreiten des Lymphödems während der Erhaltungsphase.</p><p>Nummer: 24</p><p><b>Erfahrungsberichte aus der Betreuung bei Schwangerschaft und Eltern mit Säuglingen</b></p><p>Andreas Mittelbach</p><p>Institut für Physikalische Medizin und Rehabilitation &amp; Physikoverbund, Österreichische Gesundheitskasse, Mein Gesundheitszentrum Neubau, Wien, Österreich</p><p><b>Einleitung/Hintergrund</b>: Während der Schwangerschaft ist die Fortsetzung der konservativen Therapie bei bekannten Lymphödemen angezeigt. Es gibt Hinweise auf ein erhöhtes Auftreten von Schwellungen – insbesondere der unteren Extremitäten – während der Schwangerschaft, weshalb eine Kompressionstherapie empfohlen wird. Da der Körper während der Schwangerschaft und nach der Geburt jedoch zusätzlich belastet wird, gibt es Risikofaktoren, die von medizinischem Fachpersonal bei der Behandlung mittels komplexer Entstauungstherapie berücksichtigt werden müssen. Neben den medizinischen Risiken besteht auch eine größere Nachfrage nach Therapeuten und Ärzten, um die Compliance der Patientin sicherzustellen.</p><p>Trotz dieser besonderen Umstände ist die fundierte Literatur zu diesem Thema spärlich bis fast nicht vorhanden. Die Risikofaktoren während der Schwangerschaft und der postpartalen Phase sind gut erforscht. Die Nebenwirkungen, Risiken und Kontraindikationen der komplexen Entstauungstherapie sind auch in den Leitlinien aufgeführt. In wissenschaftlichen Studien überschneiden sich diese Themen jedoch selten.</p><p><b>Ergebnisse</b>: Kritische Überlegungen in diesem therapeutischen Kontext beinhalten die genaue Unterscheidung der Arten von ödematösen Schwellungen, die Bewertung der Auswirkungen auf die Vitalparameter, insbesondere den Blutdruck, und die Überwachung der Modulation des Immunsystems, die zu allergischen oder entzündlichen Reaktionen führen kann. Darüber hinaus ist die Beseitigung potenzieller umweltbedingter Störfaktoren innerhalb des therapeutischen Umfelds unerlässlich, um die Compliance der Patientinnen zu optimieren.</p><p><b>Schlussfolgerung</b>: Die Durchführung einer komplexen Entstauungstherapie während der Schwangerschaft ist möglich, erfordert jedoch eine sorgfältige Beachtung spezifischer verfahrenstechnischer Nuancen. Ein gemeinsamer Austausch klinischer Erfahrungen zwischen Therapeuten und Ärzten, die auf die konservative Behandlung von Lymphödemen spezialisiert sind, ist daher von entscheidender Bedeutung. Es wird empfohlen, systematisch Daten zu dieser Patientengruppe zu sammeln, um die Entwicklung standardisierter Behandlungsprotokolle zu unterstützen und die Einhaltung der Therapieschemata zu fördern.</p><p>Nummer: 25</p><p><b>Das Lymphödem im Bauchraum</b></p><p>Christoph Ausch</p><p>Chirurgie am Küniglberg, Wien, Österreich</p><p>Nicht eingereicht</p><p>Nummer: 26</p><p><b>Stosswellentherapie in der Lymphologie</b></p><p>Karsten Knobloch</p><p>SportPraxis Prof. Knobloch, Hannover, Deutschland</p><p><b>Einleitung/Hintergrund</b>: Bei der extrakorporalen Stoßwellentherapie (ESWT) werden akustische Wellen eingesetzt, um über Mechanotransduktion eine biologische Reaktion hervorzurufen. Diese systematische Metaanalyse zielt darauf ab, alle experimentellen und klinischen Studien zur ESWT am Lymphsystem für Indikationen wie primäre und sekundäre Lymphödeme, Lipödeme, Cellulite und Fibrose/Vernarbung zu bewerten.</p><p><b>Material und Methoden</b>: Es wurde eine standardisierte Suche mit den folgenden Suchbegriffen durchgeführt: #Lymphödem #Stoßwellentherapie #Cellulite #Fibrose #Lymphangiogenese in MEDLINE, EMBASE, PubMed und der Cochrane Library. Gemäß der PRISMA-Empfehlung für systematische Metaanalysen wurden die relevanten Daten extrahiert und detailliert analysiert.</p><p><b>Ergebnisse</b>: 54 vollständige Artikel wurden anhand der oben genannten Suchbegriffe identifiziert. In Tierversuchen an einem lymphatischen Kaninchenohrmodell verbesserte fokussierte ESWT (12 Sitzungen, 0,09 mJ/mm2) den lymphatischen vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor (VEGF-C) signifikant und reduzierte die Ohrschwellung. Die fokussierte ESWT beschleunigte die Lymphangiogenese und übt durch Modulation des TGF-ß-Signalwegs antifibrotische Effekte aus. Klinisch ergab eine Kohortenstudie aus dem Jahr 2005 mit 26 Lipödem-Patientinnen mit Cellulite, dass die fokussierte ESWT (0,016 mJ/mm2, 1000 Schüsse, 3–6 Sitzungen) das Lipödem reduzierte und das Ausmaß der Cellulite deutlich verbesserte. Bemerkenswert ist, dass die Elastizität umso besser war, je mehr ESWT-Sitzungen durchgeführt wurden. Zur ESWT bei Cellulite wurden 12 klinische Studien (mit 5 randomisierten kontrollierten Studien) veröffentlicht, die in einer Metaanalyse separat vorgestellt werden. Bei sekundären Lymphödemen der oberen Extremität bei Brustkrebs und axillärer Lymphonektomie wurde berichtet, dass sowohl die radiale als auch die fokussierte ESWT erfolgreich zur Verringerung der Schwellung und zur Schmerzlinderung beitragen. Bae &amp; Kim aus Südkorea berichteten nach 4 fokussierten ESWT-Sitzungen (0,056 mJ/mm2 elektrohydraulische fokussierte ESWT, 2000 Schüsse) über eine 37-prozentige Reduzierung der Armschwellung. Cebicci aus der Türkei hob die radiale ESWT mit 12 Sitzungen als erfolgreich bei sekundären Lymphödemen mit einer 31-prozentigen Verbesserung der Schwellung hervor.</p><p><b>Schlussfolgerung</b>: In der Lymphologie verbessert die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) die Lymphangiogenese durch VEGF-C-Stimulation, erleichtert die Schwellungsreduktion und lindert klinisch Schmerzen.</p><p>Nummer: 27</p><p><b>Workshop: ICG-gestützte Entscheidungen und Visualisierung von Lymphödemen</b></p><p>Jean-Paul Belgrado</p><p>Lymphology Research and Rehabilitation Unit, Université libre de Bruxelles, Brüssel, Belgien</p><p>ORCID Nummer: 0000-0001-6774-1725</p><p>Das Lymphsystem ist für das menschliche Auge unsichtbar, da es transparent ist. Nach einer intradermalen Injektion von stark verdünntem ICG wird das oberflächliche Lymphsystem, das den injizierten Bereich entwässert, dank einer speziellen Infrarotkamera sichtbar.</p><p>Ziel des Workshops ist es, in Echtzeit an zwei Personen, einer mit und einer ohne Lymphödem, die typischen Schritte einer ICG-Lymphographie-Untersuchung zu zeigen. Anhand von Beobachtungen werden wir folgendes zeigen und diskutieren: die Diffusion des Farbstoffs von der Injektionsstelle, die Lymphprogression unter normalen und pathologischen Bedingungen, die Kontingenzen der Lymphangione und Lymphgefäßklappen sowie andere Merkmale des aktuellen Wissensstands der Lymphgefäßphysiologie und -pathologie.</p><p>Beeindrucken Sie Ihre Augen: In diesem Workshop werden Sie die oberflächlichen Lymphgefäße und den Lymphfluss in Echtzeit unter normalen und pathologischen Bedingungen sehen. Unsichtbare Lymphgefäße werden dank der Indocyaningrün (ICG) Lymphographie sichtbar. Sie kann bei der Diagnose von Lymphödemen und bei der Planung einer chirurgischen Therapie sowie bei der physikalischen Behandlung eingesetzt werden.</p><p>Themen</p><p>Die ICG-Lymphographie liefert spezifische dynamische Bilder, die bei der Diagnose von Lymphödemen helfen.</p><p>Dynamische Prüfung der Physiologie der oberflächlichen Lymphkollektoren.</p><p>Klinische Fälle von primären und sekundären Lymphödemen, die unter der ICG-Lymphographie beobachtet wurden.</p>","PeriodicalId":14758,"journal":{"name":"Journal Der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft","volume":"23 S1","pages":"18-23"},"PeriodicalIF":5.5000,"publicationDate":"2025-01-29","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1111/ddg.15657_g","citationCount":"0","resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":null,"PeriodicalName":"Journal Der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft","FirstCategoryId":"3","ListUrlMain":"https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/ddg.15657_g","RegionNum":4,"RegionCategory":"医学","ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":null,"EPubDate":"","PubModel":"","JCR":"Q1","JCRName":"DERMATOLOGY","Score":null,"Total":0}
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Abstract

Manuel Cornely1, Christian Ure2, Anett Reißhauer3, Andrzej Szuba4, Jean-Paul Belgrado5, Katrin Männel-Emra⁶, Peter Nolte⁷, Isabel Forner-Cordero⁸, Andreas Mittelbach⁹, Karsten Knobloch¹⁰, Chieh-Han John Tzou11, 12, 13

1LY.SEARCH gGmbH, Düsseldorf, Deutschland

2Lymphklinik Wolfsberg im LKH Wolfsberg, Österreich

3Charité-Universitätsmedizin, Berlin, Freie Universität Berlin and Humboldt Universität zu Berlin, Deutschland

4Faculty of Medicine, Wroclaw Medical University, Breslau, Polen

5Lymphology Research and Rehabilitation Unit, Université libre de Bruxelles, Brüssel, Belgien

6Physiotherapiepraxis Männel-Emra, Neumarkt, Deutschland

7Ödemzentrum Bad Berleburg, Klinik Haus am Schloßpark, Bad Berleburg, Deutschland

8Lymphedema Unit, University Hospital La Fe, Valencia, Spanien

9Institut für Physikalische Medizin und Rehabilitation & Physikoverbund Österreichische Gesundheitskasse, Wien, Österreich

10SportPraxis Prof. Knobloch, Hannover, Deutschland

11Department für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Abteilung für Chirurgie, Krankenhaus Göttlicher Heiland GmbH, Wien, Österreich

12Medizinische Fakultät, Sigmund Freud Universität Wien, Österreich

13TZOU MEDICAL., Lymphzentrum Wien, Österreich

Es sprechen zehn qualifizierte Referenten über unterschiedliche Aspekte der konservativen Therapie.

Christian Ure, der Koordinator der S3-Leitlinie Lymphödem der AWMF präsentiert den Stand der Dinge, der sich mitten im Stadium “Work in progress” befindet. Ein Präjudiz der sich zurzeit in Sichtung befindlichen Literatur kann nicht referiert werden, wohl aber der bisherige Verlauf und die geplanten Meilensteine.

Einen Überblick zu den therapeutischen Herausforderungen in der klinischen Lymphologie vom Säugling über Kleinkinder bis zu multimorbiden Patienten gibt Anett Reißhauer. Ausschließlich eine personalisierte Therapie ist hier möglich, was die Komplexität der medizinischen Versorgung unterstreicht. Die interdisziplinäre und interprofessionelle Herausforderung wird von ihr besonders betont.

Nach diesen einleitenden Erläuterungen gibt Andrzej Szuba den Blick frei auf Physiologie und Pathophysiologie des lymphatischen Systems, das in allen Organen sowie im zentralen Nervensystem der Knochen lokalisiert ist.

Die Immunabwehr, Lipidabsorption und Regulierung des Flüssigkeitshaushaltes ist seine Aufgabe. Die Funktionalität des interstitiellen Flüssigkeitstransportes liegt allein in der Verantwortung des Lymphgefäßsystems. Solch zentrale Schlüsselstellung wird durch die Kenntnis unterstrichen, dass eine funktionell gestörtes Lymphgefäßsystem in den meisten bekannten Krankheiten festgestellt wird. Störungen der Integrität der Lymphgefäße und ihrer Transportfähigkeit potenzieren Erkrankungen des Herzkreislaufsystems, des Darms, der Lunge, der Nieren, der Knochen und der kognitiven Dysfunktion.

Drei sachkundige Experten stellen sich einer Paneldiskussion zum Thema „Die Wirkung von intermittierend pneumatischer Kompression, tiefer Oszillation und Kompression auf den Lymphfluss und das Gewebe.“ und diskutieren unter der Moderation von Manuel Cornely.

Jean-Paul Belgrado erläutert die Wirkung der Kompression auf den Lymphfluss und das Gewebe. Jede Form der Wirkung auf das Gewebe hat als gemeinsamen Nenner die Erzeugung gerichteter Kräfte, welche superfiziell wirken und Druck ausüben. Die Druckprofile, gemessen über die Zeit belegen, dass elastische Strümpfe nur eine geringe Wirkung auf die Kompression haben. Mehr-Komponentenbinden bauen deutlich höhere Anpressdrücke auf, da die Materialien höhere Amplituden erzeugen, wenn Muskeln unter der Bandage aktiv angesprochen werden.

Katrin Männel-Emra fokussiert den Effekt der deep oszillation auf das tiefe Gewebe, bei dem durch elektrostatische Anziehung und Reibung Schwingung erzeugt wird. In einem pulsierenden elektrostatischen Feld von 5 bis 250 Hertz (Hz) wird der Lymphfluss angeregt, Fibrosen aufgeweicht und ein schmerzlindernder Effekt der Vibration erzeugt. Diese Wirkungen können bis zu 8 cm in die Tiefe eindringen und hierbei eine entstauende Wirkung entfalten. Die Tiefenoszillation unterstützt und intensiviert die manuelle Lymphdrainage.

Peter Nolte beschäftigt sich mit der Wirkung der intermittierenden pneumatischen Kompression (IPK) auf Venenfluss, Lymphfluss und Gewebe. Diese Form der technischen Kompression, die idealerweise mit einem 12-Kammer-System an den Extremitäten durchgeführt wird, unterstützt Therapieverfahren wie manuelle Lymphdrainage.

Aktuelle Studien belegen, dass in der Schmerztherapie bei Erkrankung durch LiDo die IPK / AIK der MLD gleichzusetzen ist.

Die entstauende Lymphtherapie, die nur mit intermittierend pneumatischer Kompression und Bandagen durchgeführt wird, ist der traditionellen Therapie mit zusätzlicher manueller Lymphdrainage nicht unterlegen, hat aber auch keinen Einfluss auf eine Reduzierung unerwünschter Ergebnisse oder auf das Fortschreiten eines Lymphödems in der Erhaltungsphase.

MLD und Gravidität, was ist erlaubt, was ist möglich? Andreas Mittelbach lenkt den Blick auf die Fortsetzung von konservativer Therapie von Lymphödemen während der Schwangerschaft. Nicht nur die Anforderung an Therapeuten und Ärzte bezugs der Compliance der Patientin kann erheblich sein, zur Frage steht auch, ob die Behandlung von Lymphödem in der Schwangerschaft ein Risiko darstellt. Lymphödeme müssen von den üblichen eine Schwangerschaft begleitenden ödematösen Schwellung sorgfältig unterschieden werden. Schwangerschaft stellt keine Kontraindikation zur komplexen Entstauungstherapie dar, diese sollte aber zwischen der Patientin, den Therapeuten und Ärzten sorgfältig überlegt werden.

Mit den Erläuterungen zur extrakorporalen Stoßwellentherapie (ESWT) in der Lymphologie beendet Karsten Knobloch diesen Themenblock zur konservativen Therapie. Diese Therapieform kann bei primären und sekundären Lymphödemen sowie bei Fibrosen, Narben und LiDo angewendet werden. Die Metaanalyse zeigt, dass lymphödembedingte Schwellungen, reduziert werden können, weil vaskulär endotheliale Wachstumsfaktoren (VEGF-C) signifikant ansteigen, die Lymphangiogenese beschleunigt und die Modulation des TGF-ß antifibrotisch wirkt. Diese Effekte seien in einer klinischen Kohortenstudie am Lipödem, Cellulite und sekundären Armlymphödemen nach Brustkrebs nachgewiesen worden.

Nummer: 19

Aktuelle Entwicklung Leitlinie Lymphödem: Welche Konsequenzen ergeben sich für die Praxis?

Christian Ure

Lymphklinik Wolfsberg im LKH Wolfsberg, Österreich

Die Entwicklung der S3 Leitlinie ist gerade mitten im Stadium „work in progress“ ist und kann daher nicht präjudiziert werden, was an derzeit in Sichtung befindlicher Literatur in die Leitlinienempfehlungen eingepflegt wird. Vorgestellt wurde der bisherige Verlauf und die geplanten mile-stones des vorgegebenen Zeitrahmens (bis 03/2026). Präsentiert wird ein kurzer Einblick in den Ablauf (und die Hürden) der aktuellen Literaturrecherche und grade-Bewertung.

Nummer: 20

Anett Reißhauer1, 2

1Charité-Universitätsmedizin Berlin, Deutschland

2Corporate member of Freie Universität Berlin and Humboldt Universität zu Berlin, Deutschland

Der Vortrag gibt einen Überblick über die therapeutischen Herausforderungen in der klinischen Lymphologie.

Dabei geht es um die Behandlung von Säuglingen und Kleinkindern bis hin zu multimorbiden, sehr alten Patienten mit Lymphödem. Die personalisierte Therapie steht eindeutig im Mittelpunkt. Dies zeigt nicht nur die Komplexität der medizinischen Versorgung, sondern auch den Aufwand in jeder Hinsicht. Nur durch eine gemeinsame Anstrengung, natürlich interprofessionell und interdisziplinär, wird es möglich sein, eine qualitativ hochwertige Therapie zur Behandlung von Lymphödemen aufrechtzuerhalten und letztlich auszubauen.

Was sich in der Lymphologie tätige Berufsgruppen für die Zukunft wünschen, welche Ideen und Wünsche es gibt, wird ebenfalls berücksichtigt.

Nummer: 21

Update zur Physiologie und Pathophysiologie des Lymphsystems

Andrzej Szuba

Faculty of Medicine, Wroclaw Medical University, Breslau, Polen

ORCID Nummer: 0000-0002-7555-6201

Einleitung/Hintergrund: Das Lymphsystem (LS) besteht aus interstitieller Flüssigkeit und Lymphe, interstitiellem Raum und Lymphgefäßnetzwerk, lymphoiden Zellen in Organen oder frei beweglichen (Lymphknoten, Milz, Knochenmark, Thymus, Lunge, Darm, Leber). Das LS ist in allen Organen vorhanden, einschließlich des zentralen Nervensystems und der Knochen. Zu seinen Funktionen gehören die Immunabwehr, die Lipidabsorption und der Flüssigkeitshaushalt. Das LS ist allein für den Transport der interstitiellen Flüssigkeit verantwortlich. Zu den Störungen des Lymphsystems gehören traditionell Lymphödeme, Krebsmetastasen und Immun- oder Entzündungsreaktionen. Kürzlich wurde bei der Mehrzahl der untersuchten Krankheiten eine Beteiligung des Lymphsystems festgestellt, darunter Arteriosklerose, Herzinsuffizienz, Alzheimer-Demenz, Glaukom und Lungenerkrankungen.

Schlussfolgerung: Das Lymphsystem spielt eine wichtige Rolle in der Pathophysiologie jeder Krankheit.

Störungen des Lymphtransports und der Integrität der Lymphgefäße sind starke Krankheitsverstärker, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, entzündliche Darmerkrankungen, Lungenerkrankungen, Knochenerkrankungen, kognitive Dysfunktionen und chronische Nierenerkrankungen.

Nummer: 22a

Panel discussion: Die Wirkung von IPK, Tiefenoszillation und Kompression auf den Lymphfluss und das Gewebe

Die Kompression

Jean-Paul Belgrado

Lymphology Research and Rehabilitation Unit, Université libre de Bruxelles, Brüssel, Belgien

ORCID Nummer: 0000-0001-6774-1725

Das Prinzip der Kompression ist das Herzstück der physikalischen Behandlung zur Entstauung von Lymphödemen.

Alle therapeutischen Hilfsmittel, darunter die manuelle Lymphdrainage, die intermittierende Kompressionstherapie, elastische Strümpfe oder Mehrkomponentenverbände, haben als gemeinsamen Nenner die Erzeugung gelenkte Kräfte, die auf die Oberfläche des Gewebes einwirken und Druck auf dieses ausüben.

Im Allgemeinen werden diese Drücke oft in statischen Begriffen ausgedrückt. Die zeitliche Dimension, die mit der Veränderung dieser Drücke verbunden ist, wird im Allgemeinen übersehen. Der Hauptgrund dafür ist, dass bis vor kurzem nur wenige Labore, die mit geeigneten Drucksensoren ausgestattet waren, Zugang zu diesen Daten in Echtzeit und über lange Zeiträume hatten.

Heute bietet die Technologie den Praktikern drahtlose Drucksensoren, die unter den Kompressionselementen angebracht werden können und Echtzeit-Druckprofile liefern, d. h. nicht nur die Druckwerte zu einem bestimmten Zeitpunkt, sondern auch die zeitlichen Schwankungen dieser Drücke. Diese erschwinglichen Geräte liefern Messungen in mm Hg mit sehr zufriedenstellender Zuverlässigkeit. Die Auflösung liegt bei etwa 1 mm Hg, mit einer Stabilität von etwa 24 Stunden.

Messungen, die beispielsweise unter elastischen Strümpfen durchgeführt wurden, zeigen, dass (unabhängig von der Aktivität der darunter liegenden Muskeln) die Kompression nur sehr wenig variiert und zwischen 2 und 4 mm Hg um den Basisdruck (der Druck, der aufgezeichnet wird, wenn die Person liegt und sich nicht bewegt) schwankt.

Unter Mehrkomponentenverbänden kann der unmittelbar nach dem Anlegen des Verbands aufgezeichnete Basisdruck drei- bis viermal höher sein als der unter Kompressionsstrümpfen aufgezeichnete Druck. Dieser Druck fällt jedoch sehr schnell auf weniger als 50% des Basisdrucks nach nur einer halben Stunde.

Der Unterschied, der im Druckprofil beobachtet wird, ist, dass Mehrkomponentenverbände, die mit geeigneten Schaumstoffen und Bandagen hergestellt werden, große Amplituden der Druckschwankung erzeugen, wenn die Person die Muskeln unter dem Verband aktiv kontrahiert. Diese Druckschwankung erzeugt eine signifikante und messbare Massage, die letztlich zu ihrer entstauenden Wirkung führt.

Nummer: 22b

Panel discussion: Die Wirkung von IPK, Tiefenoszillation und Kompression auf den Lymphfluss und das Gewebe

Die Tiefenoszillation

Katrin Männel-Emra

Physiotherapiepraxis Männel-Emra, Neumarkt, Deutschland

Einführung/Hintergrund: Die Tiefenoszillation ist eine einzigartige, patentierte, elektromechanische Therapiemethode.

Durch elektrostatische Anziehung und Reibung wird das behandelte Gewebesegment durch alle Schichten hindurch angenehm zum Schwingen gebracht.

Eine elektrostatische Anziehung entsteht, wenn ein Halbleiter (Vinylschicht in Form von Handschuhen oder Beschichtung auf einem Handapplikator) zwischen zwei Elektroden angebracht und dann eine elektrische Spannung angelegt wird.

Während der Behandlung sind sowohl der Therapeut als auch der Patient mit dem Therapiegerät verbunden.

Material und Methoden: Für die Anwendung baut das Therapiegerät ein pulsierendes elektrostatisches Feld mit Schwingungen zwischen 5 und 250 Hz auf.

Der Therapeut bewegt die Hand oder den Handapplikator mit wenig Druck über die zu behandelnde Hautpartie des Patienten.

Dadurch wird das darunter liegende Gewebe elektrostatisch angezogen und wieder fallen gelassen.

Ergebnisse: Der Lymphfluss wird angeregt, Fibrosen werden aufgeweicht und die Vibrationen wirken schmerzlindernd.

Hernandez et al (2010) konnten mit einem diagnostischen Ultraschall eine Eindringtiefe der Tiefenoszillation von bis zu 8 cm nachweisen.

Die Tiefenoszillation wird seit mehr als 30 Jahren in zahlreichen Kliniken weltweit erfolgreich als adjuvante Therapie in der frühen postoperativen Nachsorge, u.a. bei Mammakarzinomen, eingesetzt.

Zahlreiche Studien belegen die Wirksamkeit der Methode.

In verschiedenen RCTs konnte ein deodematisierender Effekt nachgewiesen werden.

Untersucht wurden Gruppen mit MLD + Tiefenoszillation versus MLD allein.

(Jahr et al 2008, Boisnic et al 2013 klin. und ex vivo, Kashilska et al 2015, Teo et al 2016)

In Studien von Gasbarro et al. 2006, Gao et al. 2015, Teo et al. 2016, Hernandez et al. 2018 wurde auch eine antifibrotische Wirkung durch Ultraschall nachgewiesen.

Schlussfolgerung: Die Tiefenoszillation sollte als zusätzliche Behandlungsoption zur manuellen Lymphdrainage verstanden werden.

Sie soll die Therapie unterstützend intensivieren, aber nicht die MLD ersetzen.

Nummer: 22c

Panel discussion: Die Wirkung von IPK, Tiefenoszillation und Kompression auf den Lymphfluss und das Gewebe

Die intermittierende pneumatische Kompression (IPK)

Peter Nolte

Ödemzentrum Bad Berleburg, Klinik Haus am Schloßpark, Bad Berleburg, Deutschland

Hintergrund: Die Therapie der venösen und lymphatischen Rückflusserkrankungen ist vielschichtig und beschreibt im Vergleich der Empfehlungen stets den Kontext einer zwingend erforderlichen Kompressionstherapie. Diese Kompressionstherapie wird oftmals begleitet von verschiedenen unterstützenden Therapieverfahren wie manueller Lymphdrainage (MLD) und der intermittierenden pneumatischen Kompression (IPK), synonym auch als apparativ intermittierende Kompressionstherapie (AIK) bezeichnet.

Ziel: Am Beispiel der Empfehlungen in den verschiedenen Leitlinien zum Einsatz der IPK/AIK lässt sich eine unstrittige Wirksamkeit dieser apparativen Therapie ableiten. Insbesondere auf die Varianz der Indikationen zur Linderung der Beschwerden durch die Verbesserung der Fließeigenschaften und der Ödemreduktion sowie einer Schmerztherapie sei hier verwiesen.

Methode: Vergleich der Aussagen der Fachgesellschaften im Konsensus zum Einsatz der IPK/ AIK in den in Deutschland veröffentlichten Leitlinien

Ergebnisse: In Deutschland ist die IPK/AIK in der Therapie der Lymphödeme zur unterstützenden Ödemreduktion weit verbreitet. Aktuelle Studien belegen, dass in der Schmerztherapie der Lipödemerkrankung die IPK/AIK der MLD gleichzusetzen ist und somit eine weitaus wirtschaftlichere Therapieoption darstellt.

Es zeigt sich jedoch, dass der Einsatz der IPK/AIK aufgrund der Wirksamkeit für eine Reihe weiterer Indikationen fachübergreifend sinnvoll einzusetzen ist.

Nummer: 23

Physiotherapie bei der dekongestiven Behandlung von Lymphödemen: Eine randomisierte, kontrollierte Studie zur Nichtunterlegenheit

Isabel Forner-Cordero

Lymphedema Unit, University Hospital La Fe, Valencia, Spanien

ORCID Nummer: 0000-0003-2778-037X

Einleitung: Es soll beurteilt werden, ob die Behandlung mit intermittierender pneumatischer Kompression plus mehrlagigen Verbänden bei der Behandlung von dekompensierten Lymphödemen nicht schlechter ist als die klassische trimodale Therapie mit manueller Lymphdrainage.

Material und Methoden:

Studiendesign: Randomisierte, kontrollierte Nichtunterlegenheitsstudie zum Vergleich der Wirksamkeit von drei physikalischen Therapieschemata in der dekompensierten Lymphtherapie.

Teilnehmer der Studie: 194 Lymphödempatienten im Stadium II-III mit einem Volumenüberschuss von >10% wurden nach oberen und unteren Gliedmaßen geschichtet und dann nach dem Zufallsprinzip einer der drei Behandlungsgruppen zugeteilt. Die Ausgangsmerkmale waren in allen Gruppen vergleichbar.

Nach der DLT wurden Kompressionskleidung (flachgestrickt, maßgefertigt, ccl2 UL und ccl3 LL) verordnet.

Endpunkt: Prozentuale Reduktion des überschüssigen Volumens (PREV).

Relative Volumenänderung

Fortschreiten: RVC > 10%.

Ergebnisse: Bei allen Patienten trat nach der Behandlung eine Verbesserung ein. Der globale Mittelwert von PREV betrug 63,9%, ohne signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen. Das untere Konfidenzintervall der Mittelwertdifferenz von PREV zwischen Gruppe B und Gruppe A sowie zwischen Gruppe C und Gruppe A lag unter 15%, womit das Nichtunterlegenheitskriterium erfüllt war.

Die häufigsten unerwünschten Ereignisse waren Unwohlsein und Lymphangitis, ohne Unterschiede zwischen den Gruppen. Ein größeres Ödem zu Studienbeginn, ein Lymphödem der oberen Gliedmaßen und eine Vorgeschichte von Dermatolymphangitis waren unabhängige prädiktive Faktoren für ein schlechteres Ansprechen in der multivariaten Analyse.

Die globale mittlere RVC betrug 1,95%, 4,2% und 5,76% 1, 6 und 12 Monate nach Ende der DLT, ohne Unterschiede zwischen den Gruppen.

Die Progressionsrate betrug 28,7% ohne Unterschiede zwischen den Gruppen.

Schlussfolgerung: Eine nur mit intermittierender Kompression plus Bandagen durchgeführte dekongestive Lymphtherapie ist der traditionellen trimodalen Therapie mit MLD nicht unterlegen. Dieser Ansatz führte nicht zu einer Zunahme unerwünschter Ereignisse und hatte keinen Einfluss auf das Fortschreiten des Lymphödems während der Erhaltungsphase.

Nummer: 24

Erfahrungsberichte aus der Betreuung bei Schwangerschaft und Eltern mit Säuglingen

Andreas Mittelbach

Institut für Physikalische Medizin und Rehabilitation & Physikoverbund, Österreichische Gesundheitskasse, Mein Gesundheitszentrum Neubau, Wien, Österreich

Einleitung/Hintergrund: Während der Schwangerschaft ist die Fortsetzung der konservativen Therapie bei bekannten Lymphödemen angezeigt. Es gibt Hinweise auf ein erhöhtes Auftreten von Schwellungen – insbesondere der unteren Extremitäten – während der Schwangerschaft, weshalb eine Kompressionstherapie empfohlen wird. Da der Körper während der Schwangerschaft und nach der Geburt jedoch zusätzlich belastet wird, gibt es Risikofaktoren, die von medizinischem Fachpersonal bei der Behandlung mittels komplexer Entstauungstherapie berücksichtigt werden müssen. Neben den medizinischen Risiken besteht auch eine größere Nachfrage nach Therapeuten und Ärzten, um die Compliance der Patientin sicherzustellen.

Trotz dieser besonderen Umstände ist die fundierte Literatur zu diesem Thema spärlich bis fast nicht vorhanden. Die Risikofaktoren während der Schwangerschaft und der postpartalen Phase sind gut erforscht. Die Nebenwirkungen, Risiken und Kontraindikationen der komplexen Entstauungstherapie sind auch in den Leitlinien aufgeführt. In wissenschaftlichen Studien überschneiden sich diese Themen jedoch selten.

Ergebnisse: Kritische Überlegungen in diesem therapeutischen Kontext beinhalten die genaue Unterscheidung der Arten von ödematösen Schwellungen, die Bewertung der Auswirkungen auf die Vitalparameter, insbesondere den Blutdruck, und die Überwachung der Modulation des Immunsystems, die zu allergischen oder entzündlichen Reaktionen führen kann. Darüber hinaus ist die Beseitigung potenzieller umweltbedingter Störfaktoren innerhalb des therapeutischen Umfelds unerlässlich, um die Compliance der Patientinnen zu optimieren.

Schlussfolgerung: Die Durchführung einer komplexen Entstauungstherapie während der Schwangerschaft ist möglich, erfordert jedoch eine sorgfältige Beachtung spezifischer verfahrenstechnischer Nuancen. Ein gemeinsamer Austausch klinischer Erfahrungen zwischen Therapeuten und Ärzten, die auf die konservative Behandlung von Lymphödemen spezialisiert sind, ist daher von entscheidender Bedeutung. Es wird empfohlen, systematisch Daten zu dieser Patientengruppe zu sammeln, um die Entwicklung standardisierter Behandlungsprotokolle zu unterstützen und die Einhaltung der Therapieschemata zu fördern.

Nummer: 25

Das Lymphödem im Bauchraum

Christoph Ausch

Chirurgie am Küniglberg, Wien, Österreich

Nicht eingereicht

Nummer: 26

Stosswellentherapie in der Lymphologie

Karsten Knobloch

SportPraxis Prof. Knobloch, Hannover, Deutschland

Einleitung/Hintergrund: Bei der extrakorporalen Stoßwellentherapie (ESWT) werden akustische Wellen eingesetzt, um über Mechanotransduktion eine biologische Reaktion hervorzurufen. Diese systematische Metaanalyse zielt darauf ab, alle experimentellen und klinischen Studien zur ESWT am Lymphsystem für Indikationen wie primäre und sekundäre Lymphödeme, Lipödeme, Cellulite und Fibrose/Vernarbung zu bewerten.

Material und Methoden: Es wurde eine standardisierte Suche mit den folgenden Suchbegriffen durchgeführt: #Lymphödem #Stoßwellentherapie #Cellulite #Fibrose #Lymphangiogenese in MEDLINE, EMBASE, PubMed und der Cochrane Library. Gemäß der PRISMA-Empfehlung für systematische Metaanalysen wurden die relevanten Daten extrahiert und detailliert analysiert.

Ergebnisse: 54 vollständige Artikel wurden anhand der oben genannten Suchbegriffe identifiziert. In Tierversuchen an einem lymphatischen Kaninchenohrmodell verbesserte fokussierte ESWT (12 Sitzungen, 0,09 mJ/mm2) den lymphatischen vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor (VEGF-C) signifikant und reduzierte die Ohrschwellung. Die fokussierte ESWT beschleunigte die Lymphangiogenese und übt durch Modulation des TGF-ß-Signalwegs antifibrotische Effekte aus. Klinisch ergab eine Kohortenstudie aus dem Jahr 2005 mit 26 Lipödem-Patientinnen mit Cellulite, dass die fokussierte ESWT (0,016 mJ/mm2, 1000 Schüsse, 3–6 Sitzungen) das Lipödem reduzierte und das Ausmaß der Cellulite deutlich verbesserte. Bemerkenswert ist, dass die Elastizität umso besser war, je mehr ESWT-Sitzungen durchgeführt wurden. Zur ESWT bei Cellulite wurden 12 klinische Studien (mit 5 randomisierten kontrollierten Studien) veröffentlicht, die in einer Metaanalyse separat vorgestellt werden. Bei sekundären Lymphödemen der oberen Extremität bei Brustkrebs und axillärer Lymphonektomie wurde berichtet, dass sowohl die radiale als auch die fokussierte ESWT erfolgreich zur Verringerung der Schwellung und zur Schmerzlinderung beitragen. Bae & Kim aus Südkorea berichteten nach 4 fokussierten ESWT-Sitzungen (0,056 mJ/mm2 elektrohydraulische fokussierte ESWT, 2000 Schüsse) über eine 37-prozentige Reduzierung der Armschwellung. Cebicci aus der Türkei hob die radiale ESWT mit 12 Sitzungen als erfolgreich bei sekundären Lymphödemen mit einer 31-prozentigen Verbesserung der Schwellung hervor.

Schlussfolgerung: In der Lymphologie verbessert die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) die Lymphangiogenese durch VEGF-C-Stimulation, erleichtert die Schwellungsreduktion und lindert klinisch Schmerzen.

Nummer: 27

Workshop: ICG-gestützte Entscheidungen und Visualisierung von Lymphödemen

Jean-Paul Belgrado

Lymphology Research and Rehabilitation Unit, Université libre de Bruxelles, Brüssel, Belgien

ORCID Nummer: 0000-0001-6774-1725

Das Lymphsystem ist für das menschliche Auge unsichtbar, da es transparent ist. Nach einer intradermalen Injektion von stark verdünntem ICG wird das oberflächliche Lymphsystem, das den injizierten Bereich entwässert, dank einer speziellen Infrarotkamera sichtbar.

Ziel des Workshops ist es, in Echtzeit an zwei Personen, einer mit und einer ohne Lymphödem, die typischen Schritte einer ICG-Lymphographie-Untersuchung zu zeigen. Anhand von Beobachtungen werden wir folgendes zeigen und diskutieren: die Diffusion des Farbstoffs von der Injektionsstelle, die Lymphprogression unter normalen und pathologischen Bedingungen, die Kontingenzen der Lymphangione und Lymphgefäßklappen sowie andere Merkmale des aktuellen Wissensstands der Lymphgefäßphysiologie und -pathologie.

Beeindrucken Sie Ihre Augen: In diesem Workshop werden Sie die oberflächlichen Lymphgefäße und den Lymphfluss in Echtzeit unter normalen und pathologischen Bedingungen sehen. Unsichtbare Lymphgefäße werden dank der Indocyaningrün (ICG) Lymphographie sichtbar. Sie kann bei der Diagnose von Lymphödemen und bei der Planung einer chirurgischen Therapie sowie bei der physikalischen Behandlung eingesetzt werden.

Themen

Die ICG-Lymphographie liefert spezifische dynamische Bilder, die bei der Diagnose von Lymphödemen helfen.

Dynamische Prüfung der Physiologie der oberflächlichen Lymphkollektoren.

Klinische Fälle von primären und sekundären Lymphödemen, die unter der ICG-Lymphographie beobachtet wurden.

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期刊介绍: The JDDG publishes scientific papers from a wide range of disciplines, such as dermatovenereology, allergology, phlebology, dermatosurgery, dermatooncology, and dermatohistopathology. Also in JDDG: information on medical training, continuing education, a calendar of events, book reviews and society announcements. Papers can be submitted in German or English language. In the print version, all articles are published in German. In the online version, all key articles are published in English.
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