Lutz Kosack, Laura Fortmann, Lucia Rütten, B. M. Möseler
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Abstract
Flora und Vegetation an den Ufern großer Ströme unterliegen einer starken Dynamik aufgrund verschiedener Störeinflüsse, die den Lebensraum Flussufer fortwährend verändern und auf diese Weise immer wieder neue Besiedlungsmöglichkeiten schaffen. Diese Störungen sind zum einen anthropogener Art, wie etwa bauliche Eingriffe und Uferpflege, die heutzutage im Bonner Stadtgebiet vielerorts bis unmittelbar an das Ufer heranreichen. Sie führen mitunter zu intensiven strukturellen Umgestaltungen des Ufers und einer im Wesentlichen veränderten natürlichen Gewässerdynamik, Zum anderen sind selbst an solch stark überformten Flussabschnitten natürliche Einflüsse in der Lage die Ufervegetation mitzubestimmen. Hier sind vor allem die regelmäßigen Hochwasserereignisse zu nennen, die neben der Erosion unbefestigter Bereiche immer auch beträchtliche Nährstoffeinträge bedingen und große Diasporenmengen potentiellen Wuchsplätzen am Ufer zuführen. Die vorliegende Darstellung ist das Ergebnis der Weiterführung der bereits an gleicher Stelle publizierten Bestandsaufnahmen von HACHTEL et al. (1999). Es sollte überprüft werden, wie stark sich die Rheinufervegetation im Bonner Stadtgebiet innerhalb eines Jahrzehnts verändert hat. Dazu wurde im Jahr 2008 die Kartierung der Rheinufervegetation von Laudan & Rütten wiederholt, von Kosack 2011 ergänzt und ein Vergleich mit dem von Patzke & Stierwaldt (1960) erhobenen Arteninventar durchgeführt. Weiterhin ist die Konzeptionierung zukünftiger Untersuchungen der Ufervegetation Gegenstand der Untersuchungen. Bereits zwischen den beiden aktuellen Aufnahmen zeigen sich große Unterschiede in der Artenzusammensetzung: nur 354 der 452 im Jahr 2008/11 gefundenen Arten kamen bereits 1995/98 vor. Seit 1960 sind insbesondere die Anteile an Neophyten, darunter auch invasive Arten, gestiegen. Ebenfalls ist eine leichte Zunahme thermophiler Taxa zu verzeichnen, während einige Arten der Phragmitetea verschwunden sind. Typische Stromtalarten sowie Nitrophyten zeigen hingegen eine bemerkenswerte Konstanz über den beobachteten Zeitraum, Viele der seit 1960 abgängigen Arten gelten heute in der Niederrheinischen Bucht als gefährdet.