W. Bennert, W. Jäger, Bäppler. Hans, M. Lubienski, R. Thiemann, R. Viane, A. Sarazin
{"title":"Dryopteris expansa (C. Presl) Fraser-Jenkins & Jermy und D. x ambroseae Fraser-Jenk. & Jermy (Dryopteridaceae) in Nordrhein-Westfalen - Identifizierung, Verbreitung, Ökologie","authors":"W. Bennert, W. Jäger, Bäppler. Hans, M. Lubienski, R. Thiemann, R. Viane, A. Sarazin","doi":"10.21248/decheniana.v165.4594","DOIUrl":null,"url":null,"abstract":"Dryopteris expansa ist eine der beiden diploiden Ausgangssippen der allotetraploiden D. dilatata. Wegen dieser engen genetischen Verwandtschaft ähneln sich beide Arten morphologisch stark und sind im Gelände oft nicht eindeutig unterscheidbar. Erschwert wird die Identifizierung durch das Auftreten von Hybriden zwischen beiden Arten (D. x ambroseae). D. expansa, die erst spät als eine eigenständige Sippe erkannt und zunächst in Süddeutschland gefunden wurde, blieb in NRW jahrzehntelang unentdeckt. Sie wurde zuerst in der Eifel, dann aber auch in anderen Landesteilen nachgewiesen. Derzeit sind acht Lokalitäten bekannt, an denen zumeist auch D. x ambroseae vorkommt. Die ersten beiden Funde von D. expansa und D. x ambroseae wurden durch Chromosomenzählungen, die folgenden mit Hilfe der Flow-Cytometrie abgesichert. D. expansa kommt in Nordrhein-Westfalen überwiegend im Bergland vor (Eifel, Süderbergland), lediglich zwei Bestände sind aus dem Flachland (Westfälische Bucht) bekannt. Damit wird das gesamte Höhenspektrum des Landes von der planaren bis zur montanen Stufe abgedeckt (höchstes Vorkommen am Hunau-Kamm bei 804 m). Die meisten Bestände befinden sich in Vegetationstypen mit oberflächennahem Grundwasser (Erlenbruch- bzw. Hangquellwälder, bachbegleitende Auenwälder). Die beiden Vorkommen in Fichtenforsten liegen in der niederschlagsreichen Kammregion von Mittelgebirgen. Insgesamt sind die Populationen von D. expansa auffallend individuenarm, was auf die geringere Konkurrenzfähigkeit zurückgehen dürfte. Die Art bevorzugt feuchtere und kühlere Wuchsorte als D. dilatata und erreicht die Höhengrenze in den Alpen erst bei 2.700 m. In nördlichen Breiten und höheren Lagen werden auch offenere und sogar baumfreie Wuchsorte besiedelt (wie Birkenwälder, Hochstaudenfluren, Blockhalden, selbst offene Heiden und küstennahe Dünen).","PeriodicalId":217690,"journal":{"name":"Decheniana : Verhandlungen des Naturhistorischen Vereins der Rheinlande und Westfalens","volume":"42 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0000,"publicationDate":"2012-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":"1","resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":null,"PeriodicalName":"Decheniana : Verhandlungen des Naturhistorischen Vereins der Rheinlande und Westfalens","FirstCategoryId":"1085","ListUrlMain":"https://doi.org/10.21248/decheniana.v165.4594","RegionNum":0,"RegionCategory":null,"ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":null,"EPubDate":"","PubModel":"","JCR":"","JCRName":"","Score":null,"Total":0}
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Abstract
Dryopteris expansa ist eine der beiden diploiden Ausgangssippen der allotetraploiden D. dilatata. Wegen dieser engen genetischen Verwandtschaft ähneln sich beide Arten morphologisch stark und sind im Gelände oft nicht eindeutig unterscheidbar. Erschwert wird die Identifizierung durch das Auftreten von Hybriden zwischen beiden Arten (D. x ambroseae). D. expansa, die erst spät als eine eigenständige Sippe erkannt und zunächst in Süddeutschland gefunden wurde, blieb in NRW jahrzehntelang unentdeckt. Sie wurde zuerst in der Eifel, dann aber auch in anderen Landesteilen nachgewiesen. Derzeit sind acht Lokalitäten bekannt, an denen zumeist auch D. x ambroseae vorkommt. Die ersten beiden Funde von D. expansa und D. x ambroseae wurden durch Chromosomenzählungen, die folgenden mit Hilfe der Flow-Cytometrie abgesichert. D. expansa kommt in Nordrhein-Westfalen überwiegend im Bergland vor (Eifel, Süderbergland), lediglich zwei Bestände sind aus dem Flachland (Westfälische Bucht) bekannt. Damit wird das gesamte Höhenspektrum des Landes von der planaren bis zur montanen Stufe abgedeckt (höchstes Vorkommen am Hunau-Kamm bei 804 m). Die meisten Bestände befinden sich in Vegetationstypen mit oberflächennahem Grundwasser (Erlenbruch- bzw. Hangquellwälder, bachbegleitende Auenwälder). Die beiden Vorkommen in Fichtenforsten liegen in der niederschlagsreichen Kammregion von Mittelgebirgen. Insgesamt sind die Populationen von D. expansa auffallend individuenarm, was auf die geringere Konkurrenzfähigkeit zurückgehen dürfte. Die Art bevorzugt feuchtere und kühlere Wuchsorte als D. dilatata und erreicht die Höhengrenze in den Alpen erst bei 2.700 m. In nördlichen Breiten und höheren Lagen werden auch offenere und sogar baumfreie Wuchsorte besiedelt (wie Birkenwälder, Hochstaudenfluren, Blockhalden, selbst offene Heiden und küstennahe Dünen).