{"title":"诗歌字Postmemory:诗人Max Czollek−给.1987年东柏林","authors":"M. Brumlik","doi":"10.1515/yejls-2018-0017","DOIUrl":null,"url":null,"abstract":"Der in Ostberlin geborene Dichter publizierte diesen Band im Jahre 2012, im Alter von fünfundzwanzig Jahren. Die Überschrift des Gedichts verweist als Aussage auf einen Sachverhalt, von dem doch zu wissen sei, wie er tatsächlich war. Doch um welchen Sachverhalt handelt es sich? Was es da und dort gab, das waren „blaugeprügelte nächte im rücken“, aber keine Lieder, schon gar nicht Rosen, die auf Wegen gestreut waren, zudem war es war für jene, die sich dort aufhielten, auch nicht möglich, sich vor offenen Mündern zu verbeugen. Damit ist auf einen „Un-Ort“ verwiesen, an dem geprügelt wurde und der Zug des Sprechens und Staunens unmöglich war. Der Zyklus, den dieses Gedicht beschließt, findet sich in einem Band, der den Titel Druckkammern trägt und mit einem jiddischen Ausdruck betitelt ist: „fun der mame loyschen“. „Mameloyschen“ aber ist der jiddische Ausdruck für Umgangssprachen und zugleich der Name für diese eine Umgangssprache, das Jiddisch. Übersetzt bedeutet der Ausdruck nichts anderes als „Muttersprache“ – „Mame“ für Mutter und „Loyschen“ – abkünftig vom hebräischen „Laschon“, was genau übersetzt „Zunge“ bedeutet, aber eben auch Sprache. Der Zyklus, in dem sich das Gedicht befindet, verweist mithin auf die jiddische","PeriodicalId":265278,"journal":{"name":"Yearbook for European Jewish Literature Studies","volume":"1 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0000,"publicationDate":"2018-10-22","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":"0","resultStr":"{\"title\":\"Lyrik der „Postmemory“: Der Dichter Max Czollek − geb. 1987 in Ostberlin\",\"authors\":\"M. Brumlik\",\"doi\":\"10.1515/yejls-2018-0017\",\"DOIUrl\":null,\"url\":null,\"abstract\":\"Der in Ostberlin geborene Dichter publizierte diesen Band im Jahre 2012, im Alter von fünfundzwanzig Jahren. Die Überschrift des Gedichts verweist als Aussage auf einen Sachverhalt, von dem doch zu wissen sei, wie er tatsächlich war. Doch um welchen Sachverhalt handelt es sich? Was es da und dort gab, das waren „blaugeprügelte nächte im rücken“, aber keine Lieder, schon gar nicht Rosen, die auf Wegen gestreut waren, zudem war es war für jene, die sich dort aufhielten, auch nicht möglich, sich vor offenen Mündern zu verbeugen. Damit ist auf einen „Un-Ort“ verwiesen, an dem geprügelt wurde und der Zug des Sprechens und Staunens unmöglich war. Der Zyklus, den dieses Gedicht beschließt, findet sich in einem Band, der den Titel Druckkammern trägt und mit einem jiddischen Ausdruck betitelt ist: „fun der mame loyschen“. „Mameloyschen“ aber ist der jiddische Ausdruck für Umgangssprachen und zugleich der Name für diese eine Umgangssprache, das Jiddisch. Übersetzt bedeutet der Ausdruck nichts anderes als „Muttersprache“ – „Mame“ für Mutter und „Loyschen“ – abkünftig vom hebräischen „Laschon“, was genau übersetzt „Zunge“ bedeutet, aber eben auch Sprache. Der Zyklus, in dem sich das Gedicht befindet, verweist mithin auf die jiddische\",\"PeriodicalId\":265278,\"journal\":{\"name\":\"Yearbook for European Jewish Literature Studies\",\"volume\":\"1 1\",\"pages\":\"0\"},\"PeriodicalIF\":0.0000,\"publicationDate\":\"2018-10-22\",\"publicationTypes\":\"Journal Article\",\"fieldsOfStudy\":null,\"isOpenAccess\":false,\"openAccessPdf\":\"\",\"citationCount\":\"0\",\"resultStr\":null,\"platform\":\"Semanticscholar\",\"paperid\":null,\"PeriodicalName\":\"Yearbook for European Jewish Literature Studies\",\"FirstCategoryId\":\"1085\",\"ListUrlMain\":\"https://doi.org/10.1515/yejls-2018-0017\",\"RegionNum\":0,\"RegionCategory\":null,\"ArticlePicture\":[],\"TitleCN\":null,\"AbstractTextCN\":null,\"PMCID\":null,\"EPubDate\":\"\",\"PubModel\":\"\",\"JCR\":\"\",\"JCRName\":\"\",\"Score\":null,\"Total\":0}","platform":"Semanticscholar","paperid":null,"PeriodicalName":"Yearbook for European Jewish Literature Studies","FirstCategoryId":"1085","ListUrlMain":"https://doi.org/10.1515/yejls-2018-0017","RegionNum":0,"RegionCategory":null,"ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":null,"EPubDate":"","PubModel":"","JCR":"","JCRName":"","Score":null,"Total":0}
Lyrik der „Postmemory“: Der Dichter Max Czollek − geb. 1987 in Ostberlin
Der in Ostberlin geborene Dichter publizierte diesen Band im Jahre 2012, im Alter von fünfundzwanzig Jahren. Die Überschrift des Gedichts verweist als Aussage auf einen Sachverhalt, von dem doch zu wissen sei, wie er tatsächlich war. Doch um welchen Sachverhalt handelt es sich? Was es da und dort gab, das waren „blaugeprügelte nächte im rücken“, aber keine Lieder, schon gar nicht Rosen, die auf Wegen gestreut waren, zudem war es war für jene, die sich dort aufhielten, auch nicht möglich, sich vor offenen Mündern zu verbeugen. Damit ist auf einen „Un-Ort“ verwiesen, an dem geprügelt wurde und der Zug des Sprechens und Staunens unmöglich war. Der Zyklus, den dieses Gedicht beschließt, findet sich in einem Band, der den Titel Druckkammern trägt und mit einem jiddischen Ausdruck betitelt ist: „fun der mame loyschen“. „Mameloyschen“ aber ist der jiddische Ausdruck für Umgangssprachen und zugleich der Name für diese eine Umgangssprache, das Jiddisch. Übersetzt bedeutet der Ausdruck nichts anderes als „Muttersprache“ – „Mame“ für Mutter und „Loyschen“ – abkünftig vom hebräischen „Laschon“, was genau übersetzt „Zunge“ bedeutet, aber eben auch Sprache. Der Zyklus, in dem sich das Gedicht befindet, verweist mithin auf die jiddische