Deutsch-jüdisches Gelehrtentum und altjiddische Literatur: Zur Rehabilitierung einer vergessenen Tradition

IF 0.2 0 HUMANITIES, MULTIDISCIPLINARY
Naharaim Pub Date : 2017-12-20 DOI:10.1515/naha-2017-0006
Aya Elyada
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Abstract

Abstract Im ausgehenden 18. Jahrhundert, als immer weitere Kreise deutscher Juden die jiddische Muttersprache durch die deutsche Sprache ersetzten, kam die Veröffentlichung altjiddischer Literatur in West- und Mitteleuropa de facto zum Stillstand. Dessen ungeachtet geriet dieses umfassende, einst äußerst populäre literarische Korpus keineswegs in Vergessenheit. Vielmehr erhielten diese Texte in den Arbeiten deutsch-jüdischer Wissenschaftler und Autoren aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert einen festen Platz: Sie wurden übersetzt und adaptiert sowie in kommentierten Anthologien, Literaturverzeichnissen und -übersichten paraphrasiert, diskutiert und analysiert. Oftmals verlieh man den altjiddischen Werken dadurch nicht nur ein „Nachleben“, sondern sie erfuhren dabei gleichermaßen eine Rehabilitierung, indem sie als literarische und historische Monumente einer verschwundenen jüdischen Vergangenheit neue Wertschätzung erhielten. Der vorliegende Beitrag konzentriert sich auf zwei entscheidende Momente in der Geschichte der Übersetzung und Rehabilitierung dieser vergessenen Tradition: einerseits das Werk Abraham M. Tendlaus, das vor dem Hintergrund der Akkulturationsbemühungen in der Mitte des 19. Jahrhunderts und der deutsch-jüdischen Nostalgiekultur gelesen werden muss; andererseits die Werke Max Grunwalds und anderer prominenter Volkskundler des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts – eine Zeit also, in der die liberale Idee einer deutsch-jüdischen Symbiose durch die aufkommenden Rassenideologien und den politischen Antisemitismus zunehmend untergraben wurde. Wie gezeigt werden soll, beeinflussten die verschiedenen historischen Kontexte sowohl die Rolle, die altjiddischen Texten in den Schriften dieser jüdischen Gelehrten zugesprochen wurde, als auch die Art und Weise, in der sie im Rahmen der deutsch-jüdischen Suche nach einer „verwertbaren Vergangenheit“ übersetzt, präsentiert und diskutiert wurden.
德国犹太学术与古意第绪语文学:一个被遗忘的传统的复兴
摘要在即将离任的18。19世纪,当越来越多的德国犹太人用德语取代意第绪语母语时,西欧和中欧的旧意第绪文文学出版实际上陷入了停顿。尽管如此,这个综合性的、一度极受欢迎的文学语料库并没有被遗忘。相反,这些文本是从19世纪的德国犹太学者和作家的作品中获得的。20岁出头。它们在注释选集、参考书目和综述中被翻译、改编、转述、讨论和分析。通常,古意第绪语作品不仅被赋予了“来生”这篇文章聚焦于这一被遗忘的传统在翻译和恢复历史上的两个关键时刻:一方面,亚伯拉罕·M。Tendlaus,这是在19世纪中期文化融合努力的背景下。20世纪的德国犹太怀旧文化;另一方面,马克斯·格伦瓦尔德和其他著名的19世纪民俗学家的作品。20岁出头。换言之,新兴的种族意识形态和政治反犹太主义越来越破坏了德国与犹太共生的自由主义思想。如图所示,不同的历史背景既影响了古意第绪语文本在这些犹太学者的著作中所扮演的角色,也影响了它们在德国犹太人寻找“可用的过去”的背景下被翻译、呈现和讨论的方式。
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