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Abstract
Der Aufsatz untersucht mehrere Gedichte aus Ernst Meisters Gedichtsammlung Pythiusa (1958), die sich mit der Natur als einem Buch voller Zeichen auseinandersetzen, das auf den Akt der Lektüre durch den Dichter wartet. Indem ich den Gedichtband in die Tradition der „Naturlyrik“ einordne und ein „close reading“ von „Tabula“, „Stumme Testamente“ und „Verbündet“ vornehme, zeige ich, wie Meisters Gedichte durch eine Vielzahl von Stilmerkmalen, darunter Apostrophe, dem Dativgebrauch und Verdichtung, ein Gleichgewicht zwischen konkreten Erfahrungen der sinnlichen Welt — Phänomenalität — und abstraktem philosophischem Denken — Begrifflichkeit — erreichen, um Meisters Gedichte als eine ‚kosmologische‘ Variante der Naturlyrik zu spezifizieren. Ich argumentiere, dass Meister auf eine Naturlyrik zielt, die wahrheitsgemäßer ist in dem Sinne, dass die Natur mehr zu ihrem eigenen Sein als kreatives, technologisches Subjekt wird, das seine eigenen Artefakte produziert, anstatt als Spiegelbild allzu menschlicher Kategorien zu fungieren. Diese kosmologische Annäherung an die Natur enthüllt die ignorierte, aber zutiefst phänomenale Grundlage von Meisters Poesie und denkt die Entwicklung und Möglichkeiten der Naturlyrik als Genre auf neue Weise.
期刊介绍:
- German Life and Letters was founded in 1936 by the distinguished British Germanist L.A. Willoughby and the publisher Basil Blackwell. In its first number the journal described its aim as "engagement with German culture in its widest aspects: its history, literature, religion, music, art; with German life in general". German LIfe and Letters has continued over the decades to observe its founding principles of providing an international and interdisciplinary forum for scholarly analysis of German culture past and present. The journal appears four times a year, and a typical number contains around eight articles of between six and eight thousand words each.