„Das noch nicht Gesagte sichtbar machen“. Die Bundesverfassungsrichterin a. D. Susanne Baer im Interview

S. Baer, Redaktion Femina Politica
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Abstract

Der Beitrag befasst sich am Beispiel der Schwangerschaftsabbrüche mit der gewachsenen Rolle des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) als Teil einer geschlechtergerechten Polity und den Maßnahmen zu ihrer politischen Sicherung. Deutlich wird, wie die BVerfG-Urteile nicht nur die politische Kultur Deutschlands entscheidend mitgeprägt haben, sondern auch gesellschaftliche Ungleichheits-, Macht- und Geschlechterverhältnisse. In diesem Zusammenhang wird deutlich, dass die Urteile zum Abtreibungsparagraphen §218 mit Blick auf Frauenrechte stets ambivalent gewesen sind. In beiden Urteilen wurde die mit Art. 1 GG vorgegebene staatliche Schutzpflicht für das ungeborene Leben und damit gegen die Menschenwürde von Frauen ausgelegt und zudem ein religiös-moralischer Menschenwürdebegriff gegen eine demokratische Menschenwürde, d.h. gegen Grundrechte der Entscheidungs- und Gewissensfreiheit, sowie gegen das Recht auf individuelle Selbstbestimmung und der Handlungsfreiheit von Frauen ausgespielt.
"让尚未言说的变得可见"。采访前联邦宪法法院法官 Susanne Baer
文章以堕胎为例,探讨了联邦宪法法院(BVerfG)作为性别平等政体的一部分所发挥的日益重要的作用,以及为在政治上确保性别平等所采取的措施。联邦宪法法院的判决不仅对德国的政治文化,而且对社会不平等、权力和性别关系都产生了决定性的影响。在这种情况下,关于堕胎的第 218 条的判决在妇女权利方面显然一直是矛盾的。在这两份判决中,《基本法》第 1 条规定的国家保护未出生生命的义务被解释为有悖于妇女的人的尊严,此外,人的尊严的宗教和道德概念与民主的人的尊严相抵触,即与选择自由和良心自由的基本权利相抵触,也与妇女的个人自决权和行动自由相抵触。
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