Ärztlicher Fachkräftemangel in der Rehabilitation – Ergebnisse einer quantitativen Umfrage in deutschen Rehabilitationsfachabteilungen

Eva Maria Jansen, M. Marquardt
{"title":"Ärztlicher Fachkräftemangel in der Rehabilitation\n – Ergebnisse einer quantitativen Umfrage in deutschen\n Rehabilitationsfachabteilungen","authors":"Eva Maria Jansen, M. Marquardt","doi":"10.1055/a-2231-3965","DOIUrl":null,"url":null,"abstract":"\n Hintergrund  In vielen Ländern mit\n hohem Einkommen herrscht ärztlicher Fachkräftemangel. Auch in\n vielen Rehabilitationseinrichtungen in Deutschland bestehen Schwierigkeiten beim\n Halten und Rekrutieren von Mediziner:innen. Bisher liegen keine Studien\n darüber vor, welche Fachabteilungen und Einrichtungen mit welcher\n Indikation und in welcher Lage davon besonders betroffen sind. Dieser Artikel\n hat zum Ziel, mit einem explorativen Vorgehen empirische Anhaltspunkte zum\n Phänomen ärztlicher Fachkräftemangel in\n Rehabilitationsfachabteilungen zu liefern.\n Materialien und Methoden  Die\n Datengrundlage für die explorative Analyse stammt aus einer\n Fachabteilungsumfrage aller stationärer und ambulanter\n Rehabilitationseinrichtungen der Qualitätssicherungsdatenbank der DRV\n (QS-REDA). Die Umfrage mit inhaltlichem Fokus auf Mediziner:innen mit\n ausländischem Abschluss enthielt einen Abschnitt zum Thema\n ärztlicher Fachkräftemangel, für welchen von\n n=373 Fachabteilungsleitungen Angaben zuverschiedenen, mit\n Fachkräftemangel assoziierten, Indikatoren vorlagen. Aus den drei\n einzelnen Indikatoren (1) Vakanzzeit, (2) Fluktuationsrate und (3) Anteil\n unbesetzter Stellen erstellten wir mittels Quartilssplit am 25. und 75.\n Perzentil Extremgruppen (−1, 0, 1) und summierten diese zu einem Index.\n Fachabteilungen mit empirischen Auffälligkeiten auf mind. 2\n Einzelindikatoren wurden auf dem Fachkräftemangel-Index als\n „hoch“ klassifiziert. Es werden bivariate Zusammenhänge\n zwischen den Kategorien des Fachkräftemangel-Index und weiteren\n strukturellen und regionalen Fachabteilungsvariablen mittels Chi-Quadrat-Tests\n ausgewertet.\n Ergebnisse  Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass es eher\n mittelgroße, peripher gelegene Einrichtungen, mit einer\n stationären oder gemischten Behandlungsform und ohne die\n Behandlungsschwerpunkte Orthopädie oder Rheuma sind, die unter\n ärztlichem Fachkräftemangel leiden. Am stärksten ist der\n Zusammenhang des Fachkräftemangel-Index mit der siedlungsstrukturellen\n Typisierung der Fachabteilung (χ²(8)=34,3;\n p≤0,001).\n Schlussfolgerungen  Die Lage zahlreicher\n Rehabilitationseinrichtungen in ländlichen Gebieten stellt eine\n zusätzliche Rekrutierungsbarriere für ärztliches\n Personal dar. Das Thema ärztlicher Fachkräftemangel in\n Rehabilitationseinrichtungen ist bisher nicht erforscht. In Zukunft ist\n abzusehen, dass die Zahl der Ärzt:innen den Bedarf noch weniger decken\n wird. Um diesen auszugleichen, sind strukturierte Maßnahmen notwendig.\n","PeriodicalId":506100,"journal":{"name":"Physikalische Medizin, Rehabilitationsmedizin, Kurortmedizin","volume":"15 5","pages":""},"PeriodicalIF":0.0000,"publicationDate":"2024-01-19","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":"1","resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":null,"PeriodicalName":"Physikalische Medizin, Rehabilitationsmedizin, Kurortmedizin","FirstCategoryId":"1085","ListUrlMain":"https://doi.org/10.1055/a-2231-3965","RegionNum":0,"RegionCategory":null,"ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":null,"EPubDate":"","PubModel":"","JCR":"","JCRName":"","Score":null,"Total":0}
引用次数: 1

Abstract

Hintergrund  In vielen Ländern mit hohem Einkommen herrscht ärztlicher Fachkräftemangel. Auch in vielen Rehabilitationseinrichtungen in Deutschland bestehen Schwierigkeiten beim Halten und Rekrutieren von Mediziner:innen. Bisher liegen keine Studien darüber vor, welche Fachabteilungen und Einrichtungen mit welcher Indikation und in welcher Lage davon besonders betroffen sind. Dieser Artikel hat zum Ziel, mit einem explorativen Vorgehen empirische Anhaltspunkte zum Phänomen ärztlicher Fachkräftemangel in Rehabilitationsfachabteilungen zu liefern. Materialien und Methoden  Die Datengrundlage für die explorative Analyse stammt aus einer Fachabteilungsumfrage aller stationärer und ambulanter Rehabilitationseinrichtungen der Qualitätssicherungsdatenbank der DRV (QS-REDA). Die Umfrage mit inhaltlichem Fokus auf Mediziner:innen mit ausländischem Abschluss enthielt einen Abschnitt zum Thema ärztlicher Fachkräftemangel, für welchen von n=373 Fachabteilungsleitungen Angaben zuverschiedenen, mit Fachkräftemangel assoziierten, Indikatoren vorlagen. Aus den drei einzelnen Indikatoren (1) Vakanzzeit, (2) Fluktuationsrate und (3) Anteil unbesetzter Stellen erstellten wir mittels Quartilssplit am 25. und 75. Perzentil Extremgruppen (−1, 0, 1) und summierten diese zu einem Index. Fachabteilungen mit empirischen Auffälligkeiten auf mind. 2 Einzelindikatoren wurden auf dem Fachkräftemangel-Index als „hoch“ klassifiziert. Es werden bivariate Zusammenhänge zwischen den Kategorien des Fachkräftemangel-Index und weiteren strukturellen und regionalen Fachabteilungsvariablen mittels Chi-Quadrat-Tests ausgewertet. Ergebnisse  Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass es eher mittelgroße, peripher gelegene Einrichtungen, mit einer stationären oder gemischten Behandlungsform und ohne die Behandlungsschwerpunkte Orthopädie oder Rheuma sind, die unter ärztlichem Fachkräftemangel leiden. Am stärksten ist der Zusammenhang des Fachkräftemangel-Index mit der siedlungsstrukturellen Typisierung der Fachabteilung (χ²(8)=34,3; p≤0,001). Schlussfolgerungen  Die Lage zahlreicher Rehabilitationseinrichtungen in ländlichen Gebieten stellt eine zusätzliche Rekrutierungsbarriere für ärztliches Personal dar. Das Thema ärztlicher Fachkräftemangel in Rehabilitationseinrichtungen ist bisher nicht erforscht. In Zukunft ist abzusehen, dass die Zahl der Ärzt:innen den Bedarf noch weniger decken wird. Um diesen auszugleichen, sind strukturierte Maßnahmen notwendig.
康复医学专家的短缺--德国康复专科部门的定量调查结果
背景 在许多高收入国家,医疗专家短缺。德国的许多康复中心在留住和招聘医生方面也遇到了困难。迄今为止,还没有研究表明哪些专科部门和设施会受到这种情况的特别影响,以及在哪些情况下和哪些地点会出现这种情况。本文旨在采用探索性方法,就康复专科部门专业医生短缺的现象提供实证证据。材料与方法 探索性分析的数据基础来自 DRV 质量保证数据库(QS-REDA)中对所有住院和门诊康复机构进行的专科部门调查。该调查主要针对具有外国执业资格的医生,其中有一部分是关于医生短缺的,有 373 名专科部门负责人提供了与专科医生短缺相关的各种指标的信息。从三个单项指标(1)空缺时间、(2)人员流动率和(3)未填补职位比例中,我们以第 25 个百分位数和第 75 个百分位数为四分位数,创建了极值组(-1、0、1),并将其合计形成指数。在至少两个单项指标上存在经验异常的部门被归类为熟练劳动力短缺指数 "高 "的部门。利用卡方检验分析了熟练劳动力短缺指数类别与其他结构性和区域性专科部门变量之间的二元相关性。结果 调查结果显示,中等规模、位于周边地区、提供住院或混合治疗形式、不以骨科或风湿病为重点的医疗机构往往会出现专科医生短缺的问题。专科医师短缺指数与专科部门的居住区结构类型相关性最强(χ²(8)=34.3;P≤0.001)。结论 许多康复机构位于农村地区,这为医务人员的招聘增加了障碍。关于康复机构医生短缺的问题尚未进行研究。可以预见,未来医生的数量将更难满足需求。需要采取结构性措施来弥补这一不足。
本文章由计算机程序翻译,如有差异,请以英文原文为准。
求助全文
约1分钟内获得全文 求助全文
来源期刊
自引率
0.00%
发文量
0
×
引用
GB/T 7714-2015
复制
MLA
复制
APA
复制
导出至
BibTeX EndNote RefMan NoteFirst NoteExpress
×
提示
您的信息不完整,为了账户安全,请先补充。
现在去补充
×
提示
您因"违规操作"
具体请查看互助需知
我知道了
×
提示
确定
请完成安全验证×
copy
已复制链接
快去分享给好友吧!
我知道了
右上角分享
点击右上角分享
0
联系我们:info@booksci.cn Book学术提供免费学术资源搜索服务,方便国内外学者检索中英文文献。致力于提供最便捷和优质的服务体验。 Copyright © 2023 布克学术 All rights reserved.
京ICP备2023020795号-1
ghs 京公网安备 11010802042870号
Book学术文献互助
Book学术文献互助群
群 号:604180095
Book学术官方微信
小红书