{"title":"Equal opportunities between women and men in medicine – a key concern of science policy in Baden-Württemberg","authors":"Klaus Tappeser","doi":"10.3205/zma000806","DOIUrl":null,"url":null,"abstract":"Die Chancengleichheit von Frauen und Männern ist ein großes Anliegen derWissenschaftspolitik unseres Landes. Dies gilt vor allem auch für die Medizin. Betrachten wir die medizinischen Fakultäten Baden-Württembergs im Jahre 2009, so fällt auf: Während der Anteil der Absolventinnen bei 59,4% liegt, beträgt der Anteil der Professorinnen nicht mehr als 10,5%. Und während wir bei den Promotionen noch einen Frauenanteil von 57,1% haben, kommt es auf der nächsten Qualifikationsstufe zu einem starken Einbruch bei den Habilitationen beträgt der Frauenanteil nur 17,6%. Doch nicht nur der Wissenschaft gehen die jungen Ärztinnen nach einem erfolgreichen Studium verloren auch in der Krankenversorgung fehlen sie uns. So hatten im Jahr 2008 von allen berufstätigen Ärztinnen in Deutschland 39% keine Facharztbezeichnung. Ein Grund dafür könnte die Dauer der Facharztausbildung sein, die bei einer Teilzeitbeschäftigung bis zu 8 Jahre betragen kann. Wenn sich Frauen überhaupt für eine Facharztausbildung entscheiden, dann überwiegend auf den Gebieten Innere Medizin, Allgemeinmedizin, Frauenheilkunde, Anästhesiologie oder Kinderund Jugendmedizin. In operativen Fächern wie z. B. der Chirurgie stehen 427 berufstätigen Ärztinnen 3002 männliche Kollegen gegenüber. Mit Blick auf den steigenden Frauenanteil imMedizinstudium einerseits und die wachsende Abwanderungsrate von Medizinerinnen und Medizinern in das europäische Ausland wegen besserer Bezahlung und familienfreundlicher Arbeitsbedingungen andererseitsmüssenwir alles daran setzen, auch in Deutschland die Medizin familienfreundlicher zu machen. Vereinbarkeit von wissenschaftlicher Karriere und Familie","PeriodicalId":125822,"journal":{"name":"GMS Zeitschrift für Medizinische Ausbildung","volume":"1 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0000,"publicationDate":"2012-04-23","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":"0","resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":null,"PeriodicalName":"GMS Zeitschrift für Medizinische Ausbildung","FirstCategoryId":"1085","ListUrlMain":"https://doi.org/10.3205/zma000806","RegionNum":0,"RegionCategory":null,"ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":null,"EPubDate":"","PubModel":"","JCR":"","JCRName":"","Score":null,"Total":0}
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Abstract
Die Chancengleichheit von Frauen und Männern ist ein großes Anliegen derWissenschaftspolitik unseres Landes. Dies gilt vor allem auch für die Medizin. Betrachten wir die medizinischen Fakultäten Baden-Württembergs im Jahre 2009, so fällt auf: Während der Anteil der Absolventinnen bei 59,4% liegt, beträgt der Anteil der Professorinnen nicht mehr als 10,5%. Und während wir bei den Promotionen noch einen Frauenanteil von 57,1% haben, kommt es auf der nächsten Qualifikationsstufe zu einem starken Einbruch bei den Habilitationen beträgt der Frauenanteil nur 17,6%. Doch nicht nur der Wissenschaft gehen die jungen Ärztinnen nach einem erfolgreichen Studium verloren auch in der Krankenversorgung fehlen sie uns. So hatten im Jahr 2008 von allen berufstätigen Ärztinnen in Deutschland 39% keine Facharztbezeichnung. Ein Grund dafür könnte die Dauer der Facharztausbildung sein, die bei einer Teilzeitbeschäftigung bis zu 8 Jahre betragen kann. Wenn sich Frauen überhaupt für eine Facharztausbildung entscheiden, dann überwiegend auf den Gebieten Innere Medizin, Allgemeinmedizin, Frauenheilkunde, Anästhesiologie oder Kinderund Jugendmedizin. In operativen Fächern wie z. B. der Chirurgie stehen 427 berufstätigen Ärztinnen 3002 männliche Kollegen gegenüber. Mit Blick auf den steigenden Frauenanteil imMedizinstudium einerseits und die wachsende Abwanderungsrate von Medizinerinnen und Medizinern in das europäische Ausland wegen besserer Bezahlung und familienfreundlicher Arbeitsbedingungen andererseitsmüssenwir alles daran setzen, auch in Deutschland die Medizin familienfreundlicher zu machen. Vereinbarkeit von wissenschaftlicher Karriere und Familie