{"title":"Inhalationstherapie","authors":"H. Lang","doi":"10.1055/b-0034-101360","DOIUrl":null,"url":null,"abstract":"Die inhalatioustherapie bildet bekanntlich einen wesentlichen Faktor bei gewissen Erkrankungen der oberen Luftwege, und eine Reihe von reichlich frequentierten Badeorten leitet ihr Renommee neben anderen Kurmittein zum großen 'feil her aus den vorzüglichen, vielfach nach verschiedenen Systemen gebauten Inhalatorien. Wir wissen, mit welchem Ernst und welcher Andacht die Patienten den Verordnungen des Badearztes aufs pünktlichste nachkommen, und müssen uns anderseits wandern, warum die Inhalationstherapie im Hause im großen und ganzen eine viel geringere Beachtung findet, obwohl fast in jedem Haushalt sich ein oder mehrere Inhalationsapparate in mehr oder weniger gebrauchsfahigem Zustande vorfinden. Die Gebrauchsweise der üblichen Inhalationsmaschine, welche nur eine Inhalation durch den Mund gestattet, ist aber, speziell bei etwas Nervösen, mit so großen Schwierigkeiten verknüpft, daß der Patient die einzelnen Inhalationssitzungen möglichst verkürzt und infolgedessen auch eine zweckentsprechende Inhalationskur nicht durchführt. Um nämlich die Inhalation durch den Mund in vollem Umfang zur Geltung zu bringen, muß man den Mund weit öffnen und die herausgestreckte Zunge mittels zweier durch ein Tuch armierter Finger fixieren; das Kondenswasser läuft während der Inhalation zu den Mundwinkeln ab, und zeitweise treten, speziell su Beginn der Inhalation, Hustenanfälle auf, welche eine momentane Unterbrechung der Inhalation erfordern. Abgesehen von diesen technischen Schwierigkeiten bei der Mundinhalation kommt noch in therapeutischer Beziehung ein besonderer Faktor hinzu: der Rhinopharynx, in welchem so häufig zäher Schleim, massige Sekrete und Borkenablagerungen vorhanden sind, wird bei der Inhalation durch den Mund absolut nicht berührt, ebenso wird das Cavum narium, das in einem großen Prozentsatz der Fälle in einem ätiologischen Zusammenhang mit den Erkrankungen der tieferen Luftwege steht, bei der Inhalation durch den Mund nicht in zweckentsprechender Weise berücksichtigt. Die Inhalationstherapie, welche vom Munde aus sicher in einer relativ großen Reihe von Fällen eine segensreiche Medikation darstellt, anderseits aber aus den oben angeführten Gründen vielfach unzureichend erscheint, führte seit langem zur Konstruktion einer ganzen Reihe von Inhalationssystemen, welche die Inhalation durch die Nase bezwecken und auch für den Hausgebrauch zugänglich sein sollten. Die Umschau nach solchen Apparaten, die handlich und nicht zu teuer sein durften, ergab jedoch meines Erachtens bei den einzelnen Systemen, abgesehen von ihrem relativ hohen Preis, gewisse Mängel, wie z. B. allzuleichte Verstopfung der zu feinen Nasendüse, mangelhafte Regulierung des Warmegrades der zu inhalierenden Dämpfe, Unzweckmäßigkeit der Nasenansätze etc., Uebelstände, welche sich immerhin im Laufe des Gebrauchs geltend machen und die Anwendung des Apparats zu erschweren scheinen. Ich habe deshalb die allseits bekannte kleine Inhaliermaschine in gewissen Teilen modifiziert, habe einen bequemen, für Nasen jeder","PeriodicalId":188490,"journal":{"name":"Beatmung für Einsteiger","volume":"146 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0000,"publicationDate":"2019-12-22","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":"0","resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":null,"PeriodicalName":"Beatmung für Einsteiger","FirstCategoryId":"1085","ListUrlMain":"https://doi.org/10.1055/b-0034-101360","RegionNum":0,"RegionCategory":null,"ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":null,"EPubDate":"","PubModel":"","JCR":"","JCRName":"","Score":null,"Total":0}
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Abstract
Die inhalatioustherapie bildet bekanntlich einen wesentlichen Faktor bei gewissen Erkrankungen der oberen Luftwege, und eine Reihe von reichlich frequentierten Badeorten leitet ihr Renommee neben anderen Kurmittein zum großen 'feil her aus den vorzüglichen, vielfach nach verschiedenen Systemen gebauten Inhalatorien. Wir wissen, mit welchem Ernst und welcher Andacht die Patienten den Verordnungen des Badearztes aufs pünktlichste nachkommen, und müssen uns anderseits wandern, warum die Inhalationstherapie im Hause im großen und ganzen eine viel geringere Beachtung findet, obwohl fast in jedem Haushalt sich ein oder mehrere Inhalationsapparate in mehr oder weniger gebrauchsfahigem Zustande vorfinden. Die Gebrauchsweise der üblichen Inhalationsmaschine, welche nur eine Inhalation durch den Mund gestattet, ist aber, speziell bei etwas Nervösen, mit so großen Schwierigkeiten verknüpft, daß der Patient die einzelnen Inhalationssitzungen möglichst verkürzt und infolgedessen auch eine zweckentsprechende Inhalationskur nicht durchführt. Um nämlich die Inhalation durch den Mund in vollem Umfang zur Geltung zu bringen, muß man den Mund weit öffnen und die herausgestreckte Zunge mittels zweier durch ein Tuch armierter Finger fixieren; das Kondenswasser läuft während der Inhalation zu den Mundwinkeln ab, und zeitweise treten, speziell su Beginn der Inhalation, Hustenanfälle auf, welche eine momentane Unterbrechung der Inhalation erfordern. Abgesehen von diesen technischen Schwierigkeiten bei der Mundinhalation kommt noch in therapeutischer Beziehung ein besonderer Faktor hinzu: der Rhinopharynx, in welchem so häufig zäher Schleim, massige Sekrete und Borkenablagerungen vorhanden sind, wird bei der Inhalation durch den Mund absolut nicht berührt, ebenso wird das Cavum narium, das in einem großen Prozentsatz der Fälle in einem ätiologischen Zusammenhang mit den Erkrankungen der tieferen Luftwege steht, bei der Inhalation durch den Mund nicht in zweckentsprechender Weise berücksichtigt. Die Inhalationstherapie, welche vom Munde aus sicher in einer relativ großen Reihe von Fällen eine segensreiche Medikation darstellt, anderseits aber aus den oben angeführten Gründen vielfach unzureichend erscheint, führte seit langem zur Konstruktion einer ganzen Reihe von Inhalationssystemen, welche die Inhalation durch die Nase bezwecken und auch für den Hausgebrauch zugänglich sein sollten. Die Umschau nach solchen Apparaten, die handlich und nicht zu teuer sein durften, ergab jedoch meines Erachtens bei den einzelnen Systemen, abgesehen von ihrem relativ hohen Preis, gewisse Mängel, wie z. B. allzuleichte Verstopfung der zu feinen Nasendüse, mangelhafte Regulierung des Warmegrades der zu inhalierenden Dämpfe, Unzweckmäßigkeit der Nasenansätze etc., Uebelstände, welche sich immerhin im Laufe des Gebrauchs geltend machen und die Anwendung des Apparats zu erschweren scheinen. Ich habe deshalb die allseits bekannte kleine Inhaliermaschine in gewissen Teilen modifiziert, habe einen bequemen, für Nasen jeder