{"title":"Kapitel 2 Postmoderne Geschlechter – Feminismus in der Postmoderne","authors":"Paula-Irene Villa","doi":"10.14361/9783839405048-002","DOIUrl":null,"url":null,"abstract":"Die Begriffe »Postmoderne«, »Dekonstruktion« und »Poststrukturalismus«, tauchten in den 80er und 90er Jahren im geschlechtertheoretischen und feministischen Kontext auf. Ihr Erscheinen, ihre jeweilige Verwendung und Verwandlung ist eng verzahnt mit den sozialen Konstellationen, die sie z.T. reflektieren. So ist vor allem der Begriff der »Postmoderne« ein vager semantischer Knoten, der ebenso auf veränderte gesellschaftliche Wirklichkeiten verweist wie auf neue Epistemologien und philosophische Standpunkte. Die neuen sozialen Bewegungen und die verschiedenen Politikund Reflexionsweisen ab den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts sind soziale Konstellationen, denen die theoretischen Begriffe der 90er Jahre z.T. ihre Existenz verdanken und die wiederum einen Resonanzboden für sie darstellen. Auch »queer« ist ein solch ebenso theoretischer wie praxeologischer Begriff; auch bei »queer« eigneten sich soziale Bewegungen und Subkulturen akademische Begriffe an und veränderten sie in produktiver Weise. Theoretische Begriffe entstehen also nicht im sozial-räumlichen Vakuum, sondern inmitten sozialer Auseinandersetzungen. Dies gilt für explizit kritische Perspektiven – wie den feministischen – ebenso, wie für vermeintlich »neutrale« Positionen. Der Unterschied zwischen den einen und den anderen macht den Grad an expliziter Reflexion dieser »Seinsgebundenheit des Wissens« (Mannheim) aus.","PeriodicalId":286093,"journal":{"name":"Images von Gewicht","volume":"92 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0000,"publicationDate":"2007-01-31","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":"0","resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":null,"PeriodicalName":"Images von Gewicht","FirstCategoryId":"1085","ListUrlMain":"https://doi.org/10.14361/9783839405048-002","RegionNum":0,"RegionCategory":null,"ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":null,"EPubDate":"","PubModel":"","JCR":"","JCRName":"","Score":null,"Total":0}
引用次数: 0
Abstract
Die Begriffe »Postmoderne«, »Dekonstruktion« und »Poststrukturalismus«, tauchten in den 80er und 90er Jahren im geschlechtertheoretischen und feministischen Kontext auf. Ihr Erscheinen, ihre jeweilige Verwendung und Verwandlung ist eng verzahnt mit den sozialen Konstellationen, die sie z.T. reflektieren. So ist vor allem der Begriff der »Postmoderne« ein vager semantischer Knoten, der ebenso auf veränderte gesellschaftliche Wirklichkeiten verweist wie auf neue Epistemologien und philosophische Standpunkte. Die neuen sozialen Bewegungen und die verschiedenen Politikund Reflexionsweisen ab den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts sind soziale Konstellationen, denen die theoretischen Begriffe der 90er Jahre z.T. ihre Existenz verdanken und die wiederum einen Resonanzboden für sie darstellen. Auch »queer« ist ein solch ebenso theoretischer wie praxeologischer Begriff; auch bei »queer« eigneten sich soziale Bewegungen und Subkulturen akademische Begriffe an und veränderten sie in produktiver Weise. Theoretische Begriffe entstehen also nicht im sozial-räumlichen Vakuum, sondern inmitten sozialer Auseinandersetzungen. Dies gilt für explizit kritische Perspektiven – wie den feministischen – ebenso, wie für vermeintlich »neutrale« Positionen. Der Unterschied zwischen den einen und den anderen macht den Grad an expliziter Reflexion dieser »Seinsgebundenheit des Wissens« (Mannheim) aus.