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Abstract
Zusammenfassung Störungen des Mikrobioms sind verbunden mit eingeschränkter Immunresponse, metabolischen Erkrankungen, Reizdarmsyndrom, entzündlichen Darmerkrankungen, Autoimmun- und neurologischen Erkrankungen. Zwischen den gastrointestinalen Mikroorganismen und Selen bestehen zahlreiche Wechselwirkungen. Das Spurenelement aktiviert die Immunantwort und fördert die physiologische Entzündungsaktivität mit funktionaler Downregulation. Es beeinflusst die Zusammensetzung des Mikrobioms. Bei Selenmangel entzieht dieses seinem Wirt zusätzlich Se, bei ausreichender Versorgung versorgt das Mikrobiom ihn mit. Eine adäquate Supplementation trägt zu einer Eubiose bei, wodurch auch die Wirksamkeit einer tumorreduktiven Chemotherapie unterstützt wird. Die Bestimmung des Selenspiegels und ggf. Supplementation sind sowohl im Rahmen einer Therapie als auch routinemäßig bei Vorsorgeuntersuchungen wichtig. Das essenzielle Spurenelement Selen reguliert aufgrund seiner physikochemischen Sonderstellung in der zellulären Biochemie eine Vielzahl zentraler Stoffwechselwege. Es bestehen wichtige und teilweise konträr verlaufende Wechselwirkungen zwischen dem Spurenelement und den gastrointestinalen Mikroorganismen.