文化活动

K. Schiltz
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Denn das aus fünfzehn Blättern zusammengestellte Manuskript in Chorbuchformat wirkt in seiner Erscheinung geradezu paradox: Einerseits suggeriert die Beschränkung auf nur eine Komposition (in drei Partes) eine gewisse Überschaubarkeit, andererseits scheint – unterstützt durch das imponierende Format (64,1 × 58,9 cm) – gerade diese Beschränkung eine Seitengestaltung zu begünstigen, ja anzuregen, die durch ihre schiere varietà auf eine »kalkulierte Überforderung« des Betrachters zielt (ein derartiger Aufwand wird wohl kaum grundlos betrieben). 3 Zwar lassen sich zwischen einzelnen Seiten immer wieder Verbindungen herstellen und werden Themen, Formen und Motive quasi von der einen Doppelseite zur nächsten weitergereicht, aber dennoch ist jede Seite insofern individuell gestaltet, als Richard von Genua vor dem Hintergrund eines theologischen Programms immer wieder die Verhältnisse zwischen den Medien Musik, Text und Bild – kurzum die gesamte Mise-en-page – austarieren muss. 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摘要

在这种情况下,邻近的同事所谈论的究竟是某一特定的物品,而非其被科学所几乎忽视的笔迹,并不常见。奥地利国家图书馆2129(下称维也纳2129)。1这个漂亮的笔迹非常适合做研究工作,让对话超越专业范围,但同时却结合了音乐、图片和文字(最后还以两种形态出现:结婚诗2及带进演讲的歌词)。也在其他方面是维也纳2129的›要紧Probebohrung‹Intermedialität领域在现代早期.15页合起来的一份手稿的格式看似自相矛盾:一方面暗示对限制在只有一个——三Partes某种überschaubarkeit作曲,另一方面似乎支持她的格式(64.1×58.9 cm),正是这些限制是一个Seitengestaltung鼓励鼓励,他们通过的这些varietà一»的较大«白亮的目的(这一花费不会无缘无故信道).3虽然让每一页之间经常联系起来就成为了主题、形式和动机的一幅图画到下一个被一次,但这两方面都更个性设计,因为理查德的热那亚的背后是神学方案总是媒体音乐、文字和图像之间的情况,总之整个Mise-en-page austarieren得.事实上,要从不同的角度、不同的途径取得这份抄本,就像本带子一样:首先,要专注于音乐、诗歌、标语和图像等相关问题
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Intermedialität, Emblematik und Lesestrukturen in Wien 2129
Es kommt nicht häufig vor, dass Kolleginnen und Kollegen aus benachbarten Fächern so intensiv über ein Objekt diskutieren wie über die von der Forschung bislang kaum beachtete Handschrift Mus.Hs. 2129 der Österreichischen Nationalbibliothek (im Folgenden Wien 2129). 1 Nun eignet sich diese Prachthandschrift ausgezeichnet als Fallstudie, um den Dialog über die Fachgrenzen hinaus zu erproben, kombiniert sie doch auf kunstvolle Art und Weise Musik, Bild und Text (Letzteres sogar in zweifacher Gestalt: als Hochzeitsgedicht 2 und über die kommentierenden Begleittexte). Aber auch in anderer Hinsicht ist Wien 2129 geradezu prädestiniert für eine ›Probebohrung‹ auf dem Gebiet der Intermedialität in der Frühen Neuzeit. Denn das aus fünfzehn Blättern zusammengestellte Manuskript in Chorbuchformat wirkt in seiner Erscheinung geradezu paradox: Einerseits suggeriert die Beschränkung auf nur eine Komposition (in drei Partes) eine gewisse Überschaubarkeit, andererseits scheint – unterstützt durch das imponierende Format (64,1 × 58,9 cm) – gerade diese Beschränkung eine Seitengestaltung zu begünstigen, ja anzuregen, die durch ihre schiere varietà auf eine »kalkulierte Überforderung« des Betrachters zielt (ein derartiger Aufwand wird wohl kaum grundlos betrieben). 3 Zwar lassen sich zwischen einzelnen Seiten immer wieder Verbindungen herstellen und werden Themen, Formen und Motive quasi von der einen Doppelseite zur nächsten weitergereicht, aber dennoch ist jede Seite insofern individuell gestaltet, als Richard von Genua vor dem Hintergrund eines theologischen Programms immer wieder die Verhältnisse zwischen den Medien Musik, Text und Bild – kurzum die gesamte Mise-en-page – austarieren muss. Man kann sich dieser Handschrift auf unterschiedliche Arten und aus unterschiedlichen Richtungen nähern, wie das auch in diesem Band geschieht: einmal, indem man den Fokus auf Fragen der Musik, der Dichtung, der Ikonographie, der
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