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Böhmermanns „Reichspark“: Pseudodokumentarische Lektüren als reflexives Reenactment
Diese Frage stellt Jan Böhmermann in der Fake-Dokumentation2 Unternehmen Reichspark, die 2017 im Neo Magazin Royale ausgestrahlt wurde. Der geplante Nachbau eines Konzentrationslagers, auf den er sich hier bezieht, soll durch den vom Neo Magazin fingierten Unternehmer Raphael Gamper erfolgen, der, so die Behauptung der Fake-Dokumentation, im Begriff sei, einen NS-Themenpark zu errichten. Die Mockumentary gibt vor, das Team des Neo Magazins sei im Zuge einer „investigativen Recherche“ auf das Projekt aufmerksam geworden und be richte nun darüber. Das Zitat und seine Einbettung deuten bereits an, dass die deutsche Erin nerungskultur in der Mockumentary auf unterschiedlichen Ebenen verhandelt wird, wobei dasVerhältnis vonFakt undFiktion konstitutiv für dieseVerhandlung ist. Im Aufsatz soll die These vertreten werden, dass die Mockumentary Unter nehmen Reichspark und ihre Verschränkung mit einer kurz nach der Ausstrah lung stattfindenden Kunstausstellung als eine Form von reflexivem Reenactment zu verstehen sind. Die Akteur*innen sind Produzent*innen und Rezipient*innen gleichermaßen, wobei dieses Reenactment verfremdend als pseudodokumentari schesNachspielen erfolgt und so zurReflexionüber dasKonzeptder Zeugenschaft und die deutsche Erinnerungskultur auffordert.