{"title":"Gynäkologische Onkologie – Bedeutung der BRCA1/2-Mutation beim Ovarialkarzinom","authors":"M. Gropp-Meier, W. Meier","doi":"10.1055/s-0041-108770","DOIUrl":null,"url":null,"abstract":"BRCA-Mutationsträgerinnen haben nicht nur ein erhöhtes Risiko, an einem Mamma- oder Ovarialkarzinom zu erkranken, die Ovarialkarzinome sind bei diesen Patientinnen auch häufiger high-grade seröse Karzinome mit eigentlich schlechter Prognose. Dennoch zeigen gerade Mutationsträgerinnen einen besseren Krankheitsverlauf, die Tumoren sprechen wiederholt gut auf eine Platintherapie an. Da durch die Mutation von BRCA1 oder BRCA2 die homologe Rekombination zur Reparatur von DNA-Doppelstrangbrüchen ausfällt, muss die Einzelstrangreparatur durch PARP erfolgen. Wird auch dieser Mechanismus durch einen PARP-Inhibitor blockiert, kommt es zum Zelltod. Dieser Wirkmechanismus konnte v. a. beim platinsensiblen Ovarialkarzinomrezidiv nachgewiesen werden. Durch eine Erhaltungstherapie mit dem PARP-Inhibitor Olaparib konnte das rezidivfreie Überleben signifikant verlängert werden. Dies hat zur Zulassung von Olaparib beim Ovarialkarzinom bereits nach einer randomisierten Phase-II-Studie geführt. Die BRCA-Mutation kann über die Keimbahnanalyse oder die somatische Untersuchung am Tumor nachgewiesen werden. Die Herausforderung liegt jetzt darin, den richtigen Therapiealgorithmus von Bevacizumab und Olaparib bei Patientinnen mit rezidiviertem platinsensiblen Ovarialkarzinom und auch in der Primärtherapie zu finden.","PeriodicalId":101734,"journal":{"name":"Klinikarzt – Medizin im Krankenhaus","volume":"22 6","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0000,"publicationDate":"2015-11-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":"0","resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":null,"PeriodicalName":"Klinikarzt – Medizin im Krankenhaus","FirstCategoryId":"1085","ListUrlMain":"https://doi.org/10.1055/s-0041-108770","RegionNum":0,"RegionCategory":null,"ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":null,"EPubDate":"","PubModel":"","JCR":"","JCRName":"","Score":null,"Total":0}
Gynäkologische Onkologie – Bedeutung der BRCA1/2-Mutation beim Ovarialkarzinom
BRCA-Mutationsträgerinnen haben nicht nur ein erhöhtes Risiko, an einem Mamma- oder Ovarialkarzinom zu erkranken, die Ovarialkarzinome sind bei diesen Patientinnen auch häufiger high-grade seröse Karzinome mit eigentlich schlechter Prognose. Dennoch zeigen gerade Mutationsträgerinnen einen besseren Krankheitsverlauf, die Tumoren sprechen wiederholt gut auf eine Platintherapie an. Da durch die Mutation von BRCA1 oder BRCA2 die homologe Rekombination zur Reparatur von DNA-Doppelstrangbrüchen ausfällt, muss die Einzelstrangreparatur durch PARP erfolgen. Wird auch dieser Mechanismus durch einen PARP-Inhibitor blockiert, kommt es zum Zelltod. Dieser Wirkmechanismus konnte v. a. beim platinsensiblen Ovarialkarzinomrezidiv nachgewiesen werden. Durch eine Erhaltungstherapie mit dem PARP-Inhibitor Olaparib konnte das rezidivfreie Überleben signifikant verlängert werden. Dies hat zur Zulassung von Olaparib beim Ovarialkarzinom bereits nach einer randomisierten Phase-II-Studie geführt. Die BRCA-Mutation kann über die Keimbahnanalyse oder die somatische Untersuchung am Tumor nachgewiesen werden. Die Herausforderung liegt jetzt darin, den richtigen Therapiealgorithmus von Bevacizumab und Olaparib bei Patientinnen mit rezidiviertem platinsensiblen Ovarialkarzinom und auch in der Primärtherapie zu finden.