{"title":"In Sozialräumen denken – Stärke und/oder Bringschuld der Wohlfahrtsverbände?","authors":"A. Böhmer","doi":"10.5771/9783748904069-271","DOIUrl":null,"url":null,"abstract":"Wohlfahrtsverbände unterstützen zivilgesellschaftliches Engagement, haben ihre historischen Wurzeln im Engagement von Einzelnen oder bestimmten Milieus und sehen sich insofern befähigt, aktuelle Krisen demokratischer Praktiken und ihrer gesellschaftlichen Grundlagen mit Ansätzen zu bearbeiten, die soziale Räume insgesamt gestalten. Sie verstehen sich daher in aller Regel als Beförderer der Demokratie – auch mit den Mitteln sozialräumlicher Sozialer Arbeit. Doch ob dies wirklich so ist, bleibt zu prüfen. Und erst nach dieser Prüfung ist klar, wie sich die Wohlfahrtsverbände in den sozialen Räumen bewegen können, um demokratische Prozesse zu befördern. Ob es also geboten ist, der Vereinbarung mit den Herausgebenden entsprechend, von einer „Bringschuld“ zu sprechen, von der Notwendigkeit einer Realisierung demokratisierender Praktiken in verbandlichen Prozessen. Daher wird der vorliegende Beitrag knapp die Wohlfahrtsverbände historisch verorten (1). Anschließend soll dargestellt werden, was als Sozialraum verstanden wird und wie darin Soziale Arbeit geleistet werden kann (2). Vor diesem Hintergrund werden die Wohlfahrtsverbände in der Gemengelage einer wohlfahrtsstaatlichen Transformation als Organisationen mit besonderen Herausforderungen und Potenzialen sichtbar (3). Schließlich kann geklärt werden, wie die Möglichkeiten und Grenzen sozialräumlichen Denkens in den Wohlfahrtsverbänden zu verstehen sind und welche Konsequenzen dies für die Demokratie und ihre Beförderung haben kann (4). Insofern sollen die ersten Darstellungen nun der Herkunft der heutigen Wohlfahrtsverbände in Deutschland gewidmet sein.","PeriodicalId":354275,"journal":{"name":"Demokratie und Wohlfahrtspflege","volume":"4 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0000,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":"0","resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":null,"PeriodicalName":"Demokratie und Wohlfahrtspflege","FirstCategoryId":"1085","ListUrlMain":"https://doi.org/10.5771/9783748904069-271","RegionNum":0,"RegionCategory":null,"ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":null,"EPubDate":"","PubModel":"","JCR":"","JCRName":"","Score":null,"Total":0}
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Abstract
Wohlfahrtsverbände unterstützen zivilgesellschaftliches Engagement, haben ihre historischen Wurzeln im Engagement von Einzelnen oder bestimmten Milieus und sehen sich insofern befähigt, aktuelle Krisen demokratischer Praktiken und ihrer gesellschaftlichen Grundlagen mit Ansätzen zu bearbeiten, die soziale Räume insgesamt gestalten. Sie verstehen sich daher in aller Regel als Beförderer der Demokratie – auch mit den Mitteln sozialräumlicher Sozialer Arbeit. Doch ob dies wirklich so ist, bleibt zu prüfen. Und erst nach dieser Prüfung ist klar, wie sich die Wohlfahrtsverbände in den sozialen Räumen bewegen können, um demokratische Prozesse zu befördern. Ob es also geboten ist, der Vereinbarung mit den Herausgebenden entsprechend, von einer „Bringschuld“ zu sprechen, von der Notwendigkeit einer Realisierung demokratisierender Praktiken in verbandlichen Prozessen. Daher wird der vorliegende Beitrag knapp die Wohlfahrtsverbände historisch verorten (1). Anschließend soll dargestellt werden, was als Sozialraum verstanden wird und wie darin Soziale Arbeit geleistet werden kann (2). Vor diesem Hintergrund werden die Wohlfahrtsverbände in der Gemengelage einer wohlfahrtsstaatlichen Transformation als Organisationen mit besonderen Herausforderungen und Potenzialen sichtbar (3). Schließlich kann geklärt werden, wie die Möglichkeiten und Grenzen sozialräumlichen Denkens in den Wohlfahrtsverbänden zu verstehen sind und welche Konsequenzen dies für die Demokratie und ihre Beförderung haben kann (4). Insofern sollen die ersten Darstellungen nun der Herkunft der heutigen Wohlfahrtsverbände in Deutschland gewidmet sein.