{"title":"22. „Unabhängiges“ Krim-Chanat und russische Annexion (1774‒ 1783)","authors":"K. Jobst","doi":"10.1515/9783110520620-024","DOIUrl":null,"url":null,"abstract":"Von zwei Hauptfragen der auswärtigen Politik, die damals auf der Tagesordnung standen, warf Rußland in den Jahren 1725‒1762 unentschlossen und erfolglos die eine auf und rührte kaum an die andere [sic!]. Es handelte sich um die folgenden Fragen: an der Südgrenze des Reiches lebten die räuberischen Tataren, halbe Nomaden, die selber den Boden der südlichen Steppen nicht nutzten, auf ihnen aber auch keine ackerbautreibende Bevölkerung zuließen. Rußland mußte seine südliche Grenze bis zu ihrem natürlichen Abschluß, der Uferlinie des Schwarzen Meeres vorschieben; darin bestand für Rußland damals die eine Frage, die ‚türkische‘, und in nichts anderem bestand sie zu jener Zeit [...]. Die Lösung des ersten Problems, des türkischen, war notwendig für eine erfolgreiche russische Volkswirtschaft, deren Bereich weite fruchtbare Räume der russischen Ebene entzogen waren; die Lösung des zweiten, des polnischen Problems, wurde hauptsächlich durch das nationalreligiöse Gefühl des russischen Volkes gefordert.1","PeriodicalId":354298,"journal":{"name":"Geschichte der Krim","volume":"32 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0000,"publicationDate":"2020-06-08","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":"0","resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":null,"PeriodicalName":"Geschichte der Krim","FirstCategoryId":"1085","ListUrlMain":"https://doi.org/10.1515/9783110520620-024","RegionNum":0,"RegionCategory":null,"ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":null,"EPubDate":"","PubModel":"","JCR":"","JCRName":"","Score":null,"Total":0}
引用次数: 0
Abstract
Von zwei Hauptfragen der auswärtigen Politik, die damals auf der Tagesordnung standen, warf Rußland in den Jahren 1725‒1762 unentschlossen und erfolglos die eine auf und rührte kaum an die andere [sic!]. Es handelte sich um die folgenden Fragen: an der Südgrenze des Reiches lebten die räuberischen Tataren, halbe Nomaden, die selber den Boden der südlichen Steppen nicht nutzten, auf ihnen aber auch keine ackerbautreibende Bevölkerung zuließen. Rußland mußte seine südliche Grenze bis zu ihrem natürlichen Abschluß, der Uferlinie des Schwarzen Meeres vorschieben; darin bestand für Rußland damals die eine Frage, die ‚türkische‘, und in nichts anderem bestand sie zu jener Zeit [...]. Die Lösung des ersten Problems, des türkischen, war notwendig für eine erfolgreiche russische Volkswirtschaft, deren Bereich weite fruchtbare Räume der russischen Ebene entzogen waren; die Lösung des zweiten, des polnischen Problems, wurde hauptsächlich durch das nationalreligiöse Gefühl des russischen Volkes gefordert.1