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Abstract
Das schwierigeVerhältnis vonFernsehenundWirklichkeitwird in derMedienwis senschaft seit langem intensiv diskutiert. Drei unterschiedliche Stränge prägen die Diskussion bis heute: die Objektivitätsdebatte imBereich der journalistischen Berichterstattung, die Auseinandersetzung um das Spannungsverhältnis von Au thentizität und Inszenierung, wie sie etwa imBereich der Dokumentarfilmtheorie geführt wurde, und schließlich die Diskussion umWirklichkeit und Medienreali tät, in der es umdie durchMedienlogiken bedingte Konstruktion vonWirklichkeit und ihre Auswirkungen auf das Weltbild der Zuschauer*innen geht.1 Zielscheibe der kritischen Betrachtung war dabei lange vor allem der Bereich des dokumentarischen Fernsehens. Hintergrund war eine klare Trennung, die das Programmangebot des Fernsehens (im Selbstverständnis der Fernsehma cher*innen wie auch aus analytischer Sicht) bis weit in die 1980er Jahre prägte:2 Auf der einen Seite standen die Informationsangebote des Fernsehens, die sich auf die außermediale Wirklichkeit beziehen und diese nach journalistischen Prinzipien aufbereiten; auf der anderen Seite stand der Unterhaltungsbereich, der einerseits performative Unterhaltung in der Form von Shows oder Quizsen dungen, andererseits fiktionale Unterhaltung in Form von Spielfilmen und Serien umfasst. Dass diese Trennung begrifflich unscharf und in der Sache höchst problema tisch ist, steht heute außer Frage: Das betrifft zunächst das Verhältnis von Infor mationundUnterhaltung– zweiKategorien, die ja inWahrheit keineGegenbegrif fe sind und die in der Wahrnehmung des Publikums auch gar nicht so aufgefasst