{"title":"Ein Wohlfahrtsverband im Visier des autoritären Staates: Die Arbeiterwohlfahrt nach ihrer Gründung und während der Nazi-Diktatur 1919 bis 1945","authors":"Wolfgang Stadler","doi":"10.5771/9783748904069-65","DOIUrl":null,"url":null,"abstract":"Das hier verhandelte Thema liegt im Zeitraum einer besonders umwälzenden und dramatischen historischen Epoche in Deutschland. Wir beginnen im Kaiserreich und bewegen uns über das Entstehen der ersten deutschen Demokratie in eine Diktatur hinein. Zudem ist diese Phase von den zwei Weltkriegen umrahmt. Es geht um die erste demokratische Epoche in Deutschland, die vor allen Dingen auch dadurch geprägt ist, dass Frauen aktiv und passiv an Wahlen teilnehmen können. Die ersten Parlamentarierinnen kommen in die deutschen Parlamente und setzen ihre eigenen Akzente. Das Thema steht auch im Zusammenhang mit der Entwicklung einer Arbeiterschaft in Deutschland, die sich mühsam ihre Rechte erkämpft hat, stärker wurde, sich spaltet, ihr Verhältnis zum Staat finden muss und dann von der Nazi-Diktatur erst geschwächt und anschließend zerschlagen wurde. Es geht um das Bemühen des Staates und der Gesellschaft, Sozialpolitik und Sozialarbeit neu zu gestalten unter Berücksichtigung der Beteiligungsmöglichkeiten eines neuen, demokratischen Parlamentes und der bereits existierenden und der neuen Wohlfahrtsverbände. Es geht also in diesem Beitrag um die kurze Geschichte einer Organisation, die 1919 gegründet wurde, sich selbst in Teilen ihrer ‚Mutter‘, der SPD, durchsetzen musste. Eine Organisation, die gegen Widerstände aus dem bürgerlichen Lager und konkurrierender Verbände ihren Weg fand, um dann 1933 verboten und zerschlagen zu werden. Die dann aber wieder, unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, unter besonderen Bedingungen ihre Arbeit aufnahm. Es ist ein anspruchsvolles Thema: Im Jahr des Erscheinens dieses Buches hochaktuell, da angesichts des 100-jährigen Gründungsjubiläums der Arbeiterwohlfahrt am 13. Dezember 1919 vielfach Gelegenheit besteht, sich dieser Zeit zu besinnen.","PeriodicalId":354275,"journal":{"name":"Demokratie und Wohlfahrtspflege","volume":"26 1","pages":"0"},"PeriodicalIF":0.0000,"publicationDate":"1900-01-01","publicationTypes":"Journal Article","fieldsOfStudy":null,"isOpenAccess":false,"openAccessPdf":"","citationCount":"0","resultStr":null,"platform":"Semanticscholar","paperid":null,"PeriodicalName":"Demokratie und Wohlfahrtspflege","FirstCategoryId":"1085","ListUrlMain":"https://doi.org/10.5771/9783748904069-65","RegionNum":0,"RegionCategory":null,"ArticlePicture":[],"TitleCN":null,"AbstractTextCN":null,"PMCID":null,"EPubDate":"","PubModel":"","JCR":"","JCRName":"","Score":null,"Total":0}
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Abstract
Das hier verhandelte Thema liegt im Zeitraum einer besonders umwälzenden und dramatischen historischen Epoche in Deutschland. Wir beginnen im Kaiserreich und bewegen uns über das Entstehen der ersten deutschen Demokratie in eine Diktatur hinein. Zudem ist diese Phase von den zwei Weltkriegen umrahmt. Es geht um die erste demokratische Epoche in Deutschland, die vor allen Dingen auch dadurch geprägt ist, dass Frauen aktiv und passiv an Wahlen teilnehmen können. Die ersten Parlamentarierinnen kommen in die deutschen Parlamente und setzen ihre eigenen Akzente. Das Thema steht auch im Zusammenhang mit der Entwicklung einer Arbeiterschaft in Deutschland, die sich mühsam ihre Rechte erkämpft hat, stärker wurde, sich spaltet, ihr Verhältnis zum Staat finden muss und dann von der Nazi-Diktatur erst geschwächt und anschließend zerschlagen wurde. Es geht um das Bemühen des Staates und der Gesellschaft, Sozialpolitik und Sozialarbeit neu zu gestalten unter Berücksichtigung der Beteiligungsmöglichkeiten eines neuen, demokratischen Parlamentes und der bereits existierenden und der neuen Wohlfahrtsverbände. Es geht also in diesem Beitrag um die kurze Geschichte einer Organisation, die 1919 gegründet wurde, sich selbst in Teilen ihrer ‚Mutter‘, der SPD, durchsetzen musste. Eine Organisation, die gegen Widerstände aus dem bürgerlichen Lager und konkurrierender Verbände ihren Weg fand, um dann 1933 verboten und zerschlagen zu werden. Die dann aber wieder, unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, unter besonderen Bedingungen ihre Arbeit aufnahm. Es ist ein anspruchsvolles Thema: Im Jahr des Erscheinens dieses Buches hochaktuell, da angesichts des 100-jährigen Gründungsjubiläums der Arbeiterwohlfahrt am 13. Dezember 1919 vielfach Gelegenheit besteht, sich dieser Zeit zu besinnen.